11. März 2010Der Eurocombi auf der Überholspur

Der Widerstand gegen den Eurocombi bröckelt. Und zwar gewaltig. Davon spürt man vielleicht in der breiten Öffentlichkeit nicht viel. Doch hinter den Kulissen haben sich im letzten halben Jahr die Gewichte – im doppelten Sinne des Wortes – spürbar verschoben.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee stand nicht für vieles, aber zumindest dafür, dass er nie und nimmer einen bundesweiten Eurocombi-Test zugelassen hätte. Und selbst der lange Zeit skeptische ADAC scheint sich zu öffnen und sträubt sich nicht gegen einen solchen Versuch. Wenn es dazu kommt, besagen erste Stimmen, dass immerhin 400 Betriebe an dem Test teilnehmen sollen.

Nach derzeitigem Sachstand wäre es verwunderlich, wenn ein anderes Ergebnis herauskommen würde als bei den Versuchen der Länder. Die Eurocombis dort haben bewiesen: Sie sind sicher, lassen sich ohne Probleme im Straßenverkehr bewegen, sparen Tausende Liter von Kraftstoff und tragen so zum Umweltschutz bei.

Übrig bleibt für die Eurocombi-Gegner – sofern die 48-Tonnen-Grenze nicht überschritten wird – nur noch ein Argument, das wirklich zählt: die Gefahr, dass Güter von der Schiene auf die Straße verlagert werden, weil die längeren Fahrzeuge deutlich kostengünstiger transportieren können als herkömmliche Sattelzüge. Somit könnte der LKW für viele Sendungen auf der Schiene (wieder) interessant werden. Gelingt es den Eurocombi-Gegnern nicht, sich mit entsprechenden Zahlen und Fakten zu Verlagerungsgefahren Gehör zu verschaffen, ist eine bundesweite Zulassung der 25,25-Meter-Züge nur noch eine Frage der Zeit.

Michael Cordes, Redakteur

25. Februar 2010VerkehrsRundschau Gala 2010 – Live Ticker

22:30 – Wir verabschieden uns hiermit von unseren Lesern, bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen allen noch einen schönen Abend! – Ihre VerkehrsRundschau

22:25 – Alle Preisträger des Image Rankings versammeln sich zum gemeinsamen Foto. Im Anschluss wartet die Nachspeise: Dessertvariation vom geeisten Kaiserschmarrn, gelierter Beerencocktail mit Espuma von der weißen Valrhona Schokolade und Amaretto Tiramisu

22:24 – Die Gewinner des Abends sind nun alle gekürt

22:18 – Es folgt eine Tombola. Verlost werden 10 Kochbücher von Alfons Schuhbeck. Glücksfee des Abends: Heinrich Doll, 1. Vorsitzender des Landesverbandes bayrischer Spediteure

22:17 – Der geplante Besuch des Hausherrn entfällt: Alfons Schuhbeck befindet sich noch im TV-Studio und lässt herzlich grüßen

22:14 – Hubertus Troska, Leiter Mercedes-Benz LKW, nimmt den Preis entgegen

22:14 – Das beste Image beim Thema Nachhaltigkeit und Umwelt hat Mercedes-Benz

22:13 – Nun folgt die Vergabe des Sonderpreises

22:12 – Bei den Fuhrparks ab 11 Nutzfahrzeugen gewinnt MAN den Image Award der Kategorie LKW

22:10 – In der Kategorie LKW, Fuhrparks bis 10 Nutzfahrzeuge, gewinnt Scania den Image Award 2010

22:08 – Den Image Award in der Kategorie Tankkarten, Fuhrparks ab 11 Nutzfahrzeuge gewinnt UTA

22:05 – In der Kategorie Tankkarten, Fuhrparks bis 10 Nutzfahrzeuge gewinnt die SVG DKV Servicekarte

22:02 – Daimler FleetBoard gewinnt in der Kategorie Telematik

22:02 – Die nächsten Preisträger der Image Awards werden bekanntgegeben

21:56 – Laut Matthias Wissmann werden Effizienz, effiziente Logistikkonzepte, Sicherheitsthemen und Verbrauchsreduzierung die diesjährige IAA Nutzfahrzeuge als Themen dominieren.

21:54 – Wissmann ruft Bankenvertreter auf Unternehmen mit gutem Zukunftsrating zu unterstützen und nicht nur auf die Bilanz 2009 zu schauen

21:50 – Wissmann: “Einen Fehler machen wir nicht: Forschung & Entwicklung in der Krise kürzen”

21:47 – Wissmann: Ich nehme das Belastungsmoratorium wörtlich. Zum 1.1.2011 darf keine Erhöhung stattfinden.

21:46 – Wissmann: Mauterhöhung kam genau zum falschen Zeitpunkt

21:43 – Wissmann: Image Awards eine der wichtigsten Veranstaltungen der Nutzfahrzeugbranche

21:42 – Matthias Wissmann betritt als dritter Gastredner des Abends die Bühne

21:41 – Der zweite Teil der Image Awards beginnt

21:00 – Die ersten Image Awards sind verliehen. Nach dem Hauptgang beginnt der zweite Teil. Zuvor dürfen sich die Gäste über Kalbsfilet auf Serviettenknödel an Rahmwirsing und Siebenerlei-Pfeffer Sauce freuen.

20:58 – Den Image Award in der Kategorie Reifen gewinnt Michelin

20:56 – In der Kategorie Miete/Leasing gewinnt Mercedes-Benz CharterWay

20:54 – Kategoriesieger Anhänger/Aufbauten – Fuhrparks ab 11 NFZ ist Krone. Den Preis nimmt Bernhard Krone entgegen

20:53 – Kategoriesieger Anhänger/Aufbauten – Fuhrparks bis 10 NFZ ist Schmitz Cargobull

20:52 – Zwei Marken teilen sich den Spitzenplatz in der Kategorie Anhänger/Aufbauten

20:50 – Der erste Sieger steht fest: In der Kategorie Transporter gewinnt Mercedes-Benz-Vans

20:47 – Die Verleihung der Image Awards beginnt

20:46 – Walter: Wir haben bislang immer nur retten wollen, wir brauchen aber Sanierer.

20:42 – Walter: “Die Welt würde dankbar sein, für logistische Leistungen, die wir erbringen können” Schon in der Bibel stünde: Gehet hin und lehret alle Völker.

20:40 – Walter: “Ich kann es nicht ertragen, dass wir Toll Collect haben und das System funktioniert und wir es nicht in die Welt tragen”

20:36 – Walter: “Wir werden die Schuldenbremse nur realisieren können indem die Staatsausgaben sinken – und ich meine sinken, nicht weniger steigen”

20:34 – Walter: Wie will die Bahn mit Ihnen als international agierenden Unternehmen mit einem nationalen Konzept konkurrieren?

20:31 – Walter: “Griechenland ist für Europa halb so bedeutend wie das Saarland für Deutschland. Und das Saarland macht seit Jahrzehnten Mist.”

20:31 – Walter: Die Frage ist, was passiert wenn die “Drogen”, die die Wirtschaft stützen, abgesetzt werden?

20:30 – Walter: 2010 ist einfach zu schätzen, die Zeit danach ist das schwierige

20:25 – Prof. Walter prognosiziert starkes Wachstum Chinas, Indiens. Die Ölstaaten und Russland seien ein “Gemischtwarenladen” dessen Zuwächse stark schwanken werden

20:23 – “Wir werden in diesem Jahr in Europa Zuwächse von ca. 1-2% haben”

20:21 – Thema seiner Ansprache: Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise

20:20 – Norbert Walter, ehem. Chefökonom der Deutschen Bank, betritt als nächster Gastredner die Bühne

19:55 – Die Gäste erwartet nun der zweite Gang: Getrüffelte Kartoffelsuppe mit Fleischpflanzerl

— Mehr zu Best Azubi unter http://www.bestazubi.de —-

19:50 – Das ganze Zelt applaudiert allen Teilnehmern des Best Azubi Wettbewerbs 2010!

19:48 – Richtige Antwort: 10 – alle Ausbildungsleiter wussten die richtige Antwort

19:48 – Frage an die Ausbildungsleiter: Wieviele Reifen hat ein 40-Tonner LKW mindestens?

19:45 – Die Sieger sind sich einig: Nicht nur die Siegprämien motivierte, sondern auch die Herausforderung sich gegen andere durchzusetzen

BestAzubiSieger

19:44 – Die Zweit- und Drittplatzierten erreichten 434 Punkte

19:43 – Mike Scheffler erreichte insgesamt 438 Punkte und ist um 5.000 Euro reicher. Er plant eine Reise nach Las Vegas “um das ganze noch zu vermehren”

19:42 – Der erste Platz geht an Mike Scheffler, Kühne + Nagel, Hannover

19:41 – 2. Platz: Martin Koch, In Time Express Logistik, Hannover

19:40 – Platz drei belegt Andeas Kowalski von der Stute Verkehrs GmbH in Bremen

19:40 – Platz 2 und 3 wurden im Stechen entschieden.

19:38 – Michael Brauch, Vorstandsvorsitzender der Schunck Group – Mitinitiator des Wettbewerbs: “Die Messlatte war sehr hoch.”

19:37 – Die drei besten Auszubildender sind vor Ort – sie wissen jedoch noch nicht welchen Platz sie belegt haben

19:35 – Insgesamt haben über 1600 Auszubildende beim diesjährigen Best Azubi Wettbewerb teilgenommen

19:32 – Die Preisverleihung für die besten Auszubildende rückt näher.

19:30 – Vorschlag von Staatssekretär Scheuer für mehr Deutsch, auch beim Wettbewerb der VerkehrsRundschau: “Bester Auszubildender Deutschlands statt Best Azubi”

19:28 – “Wir wollen, dass Sie Planungssicherheit haben” – dazu gehöre auch die Förderung des Nachwuchses

19:27 – Scheuer zur Nutzung der Fördergelder: “Danke, dass Sie trotz schwieriger Zeiten investiert haben.”

19:25 – Scheuer: Bis 2011 sollen 8000 weitere LKW-Stellplätze – auch privat finanziert – geschaffen werden

19:22 – “Es muß unser gemeinsames Ziel sein die Verkehrsträger optimal miteinander zu vernetzen”

19:21 – Scheuer ruft Unternehmer auf, an Vermarktungsinitiative zum Logistikstandort Deutschland teilzunehmen und sie zu unterstützen.

19:20 – Thema: Gigaliner. Andreas Scheuer spricht sich für “Maßvolle Erhöhung der Volumina” aus

19:18 – Scheuer: Wir können es uns nicht leisten einen Verkehrsträger zu benachteiligen

19:16 – Scheuer: Im Prozess der Konzeptentwicklung sollen die Partner eingebunden werden. Die Konzeptpräsentation soll bereits Ende Juni erfolgen.

19:15 – Scheuer fordert Verkehrsträger auf, konkrete Wünsche zu äußern.

19:14 – Scheuer: “Sie sind das Rückgrat der Branche.”

19:13 – Scheuer: “Wir müssen noch mehr individualisieren und auf Kundenwünsche eingehen”

19:12 – Scheuer: “Hier seh ich Weltmeister – Logistik-Weltmeister!”

19:11 – Andre Kranke stellt Andreas Scheuer vor: Er sei der “wichtigste Ansprechpartner für die Logistikbranche – nach dem Minister, selbstverständlich”

19:10 – Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, ist der erste Gastredner des Abends.

18:44 – Die erste Vorspeise wird serviert. Die Gäste erwartet eine “Variation von Schuhbeck Lachs”

18:42 – Auch der Hausherr – Alfons Schubeck – wird gegen 22:30 zu den Gästen stoßen

18:41 – Vor der Verleihung der Image Awards werden die Sieger des diesjährigen Best Azubi Wettbewerbs gekürt

18:40 – Birgit Bauer beginnt den Abend und begrüßt ihrerseits die Gäste. Insgesamt haben 250 Persönlickeiten ihr Kommen zugesagt

18:35 – Im Zelt kehrt Ruhe ein. Andre Kranke betritt die Bühne und begrüßt die Gäste.

18:25 – Unter den Gästen heute abend sind u.a. Norbert Walter, ehem. Chefökonom der Deutschen Bank, Matthias Wissmann, VDA Präsident, und Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium

18:15 – Das Zelt wird geöffnet. Die Gäste dürfen ihre Plätze einnehmen. Der Abend kann beginnen.

ZeltBuehne

18:05 – Vorab ein kurzer Blick ins noch leere Hauptzelt.

18:00 – In ca. einer halben Stunde werden Andre Kranke, stellv. Chefredakteur VerkehrsRundschau, und Birgit Bauer, Chefredakteurin VerkehrsRundschau, die Veranstaltung offiziell beginnen und die Gäste begrüßen.

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17:50 – Die Band hat Platz genommen und unterhält während des Empfangs die Gäste.

17:25 – Die ersten Gäste Treffen ein

17:20 – Willkommen im Live-Blog zur großen VerkehrsRundschau Gala 2010. Wir freuen uns mit Ihnen auf einen schönen Abend. Bitte beachten Sie auch unsere Hinweise am Ende dieses Postings.

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Liebe Leser,

willkommen zum Live-Blog von der VerkehrsRundschau Gala 2010. Im Rahmen der Feierlichkeiten werden sowohl die Sieger des diesjährigen Best Azubi-Wettbewerbs gekürt als auch die begehrten Image Awards der Nutzfahrzeugbranche verliehen. Wir möchten Sie durch diesen Abend begleiten und Ihnen kurze Eindrücke vom Geschehen geben. Alle Meldungen werden in diesem Artikel erscheinen. Damit neue Nachrichten sichtbar werden, drücken Sie bitte die F5-Taste um das aktuelle Fenster zu aktualisieren.

18. Februar 2010Ein Minister bleibt tatenlos

Wer immer derzeit mit SPD-Parteibuch im Bundesverkehrsministerium arbeitet, durchlebt unruhige Zeiten. CSU-Minister Peter Ramsauer wütet wie kein anderes Kabinettsmitglied durchs Personaltableau und bringt seinen Laden nach elf Jahren SPD-Leitung auf konservativen Kurs. Mit großer Freude betont der Minister in seinen Reden, dass er die „Sozen“ aus seinem Haus hinausdrängt. Im Gegenzug bläht er jedoch seine Verwaltung auf und setzt auf neue Mitarbeiter.

Leider vergisst Ramsauer ob dieses Umbauwillens das Regieren. Bislang gab es nur verbale Testballons. Zwar sorgten Themen wie PKW-Maut, Ausbau der Güterschiene oder Reform der Verkehrssünderkartei in Flensburg für Aufregung, aber inhaltlich bleibt der Minister vage. Offensichtlich fehlt ihm der Einblick in die verkehrspolitischen Details. Dies ist an sich kein Fehler, denn welcher Minister kommt vom Fach? Aber es scheint so, als würde Ramsauer nicht auf seine Fachbeamten hören – anders kann man sich manche seiner Fehleinschätzungen nicht erklären.

Was Ramsauer geschafft hat, und hier merkt man doch den gewieften Politiker, ist es, die Transport- und Logistikverbände zu befrieden. Er sucht das Gespräch mit den Branchenverbänden und zeigt damit, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Tiefensee, Interesse an den Belangen der Transportwirtschaft. Damit wurden die schärfsten Kritiker der deutschen Verkehrspolitik – zumindest vorläufig – ruhig gestellt.

Ewig wird sich die Branche nicht mit schönen Worten und einem offenen Ohr zufriedengeben. Nach 100 Tagen erwartet niemand den großen Wurf, dennoch sollten endlich die ersten Taten folgen. Der Appell an den Minister kann deshalb nur lauten: Packen Sie es endlich an! Denn Stillstand ist für das Transportgewerbe und damit für die deutsche Wirtschaft ein Unding.

Sebastian Bollig, Redakteur

11. Februar 2010Das klingt doch schon viel besser

Wenn es stimmt, dass man sich an alles gewöhnt, so ist es mindestens ebenso wahr, dass man sich manches ganz schnell abgewöhnt. Gewöhnt hat man sich im letzten Jahr an schlechte Markt- und Unternehmensmeldungen aus der Transport- und Logistikbranche. Gründlich abgewöhnt hat man sich dagegen die guten Nachrichten und Erfolgsmeldungen, die Schlagzeilen mit extra positivem Ausrufezeichen. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass man den neuen Tönen in den Verlautbarungen der Unternehmen und Marktanalysen kaum trauen möchte. Aber es ist tatsächlich unübersehbar: Die Horrormeldungen werden weniger, die guten Nachrichten nehmen zu. Der gefühlte Katastrophenindex bewegt sich derzeit auf angenehm niedrigem Niveau und fällt hoffentlich bald unter die wahrnehmbare Schmerzgrenze.

Das laue Lüftchen ist spürbar auch in den letzten Statements von Unternehmern und Marktbeobachtern. Nach einem katastrophalen Jahr klingen die Stimmen aus der Luftfrachtbranche erstmals wieder etwas hoffnungsvoller. In der aktuellen VerkehrsRundschau-Marktanalyse sagen Experten dem Luftfrachtmarkt 2010 nach den verheerenden Einbrüchen der Krise erstmals wieder Mengenzuwächse beim Im- und Export voraus. Ein Reeder sieht das „Licht am Ende des Tunnels“ bei Frachtraten und Gütermengen, weil China mit zuletzt zehn Prozent Wirtschaftswachstum als Taktgeber der weltweiten Seeverkehrswirtschaft wieder zu alter Hochform aufläuft. Das klingt ja fast schon nach Aufschwung. Und daran könnte man sich glatt gewöhnen.

Dietmar Winkler, Redakteur

4. Februar 2010Zum Nutzen des Verbrauchers

Der Mindestlohn für Brief- und Postdienstleister ist rechtswidrig. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am 28. Januar 2010 entschieden. Damit haben die Richter die umstrittene Mindestlohnverordnung einkassiert, die für Briefzusteller einen Stundenlohn von 9,80 Euro (Westen) und 9 Euro (Osten) gesetzlich vorschrieb.

9,80 beziehungsweise 9 Euro sind nicht viel – angesichts der immer größer werdenden Zustellgebiete und Briefmengen, die ein Briefzusteller heutzutage bei Wind und Wetter zu meistern hat. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass die höchstrichterliche Entscheidung nun noch niedrigeren Entgelten Tür und Tor öffnet.

Trotzdem war es richtig, dass die Bundesrichter den gesetzlichen Mindestlohn im Postmarkt gekippt haben. Es sei nur daran erinnert, wie die Verordnung Ende 2007 zustande gekommen war. Kurz vor Fall des Deutsche-Post-Monopols hatten sich seinerzeit Deutsche Post, die Gewerkschaft Verdi und die SPD – quasi unter Ausschluss der Postwettbewerber – auf die neuen Regelungen verständigt. Verdi, um die Briefzusteller zu schützen, die SPD aus wahltaktischen Gründen und die Post, um den Wettbewerb klein zu halten. Diese Allianz hat es letztlich geschafft, den Wettbewerb im deutschen Briefmarkt zu verhindern – zumal der Bonner Konzern nach wie vor den Trumpf der Umsatzsteuerbefreiung in der Hand hat.

Insofern ist das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit im deutschen Briefmarkt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Umsatzsteuerbefreiung der Post bald ebenfalls der Vergangenheit angehört. Denn bei aller Euphorie um den gekippten Mindestlohn: Das ist die noch viel größere Hürde, die genommen werden muss – zum Nutzen des Verbrauchers.

Eva Hassa, Redakteurin

28. Januar 2010Dies geht an alle Protagonisten

Boombranche, Fahrermangel, War for Talents – es ist keine 24 Monate her, dass die Protagonisten (griechisch Ersthandelnder, Vorreiter, Meinungsbildner) tagtäglich mit diesen Begriffen die Bedeutung der Logistik für die Volkswirtschaft in die Köpfe von Politikern und Medien hämmerten. Mit rund 2,8 Millionen Beschäftigten pflanzten sie die Logistik als großen, wachsenden Arbeitgeber in das öffentliche Gedächtnis.

Doch mit der Wirtschaftskrise begann der Jobmotor zu stottern und mutierte zur Jobkrise. Einstellungsstopps, Abbau von Zeitarbeitern, Kurzarbeit und Kündigungen trafen auch die Arbeitnehmer in der Logistik. Die meisten Protagonisten schwiegen. Angesichts der sich überstürzenden Ereignisse verschlug es ihnen die Sprache. Bis vor Kurzem heiß umworbene Kraftfahrer, die auf einmal auf der Straße standen. Erfahrene Fachkräfte, denen Aufhebungsverträge angeboten wurden. Und gut ausgebildete Hochschulabsolventen, mit denen die Arbeitgeber nicht einmal mehr sprechen wollten.

Logistik als sich immer schneller drehender Jobmotor – das war einmal. Das makellose Image ist angekratzt. Den Unternehmenslenkern ist dabei in den meisten Fällen nichts vorzuwerfen. Viele haben getan, was sie konnten, um so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern. Und nun? Die Krise ist zwar noch nicht vorbei, aber die Logistik muss sich wieder bereit machen für die nächste Runde im Kampf um Fachkräfte. Denn die wird kommen, das ist sicher. Auch wenn die Zukunft heute noch vielen unsicher erscheint, künftigen Arbeitnehmern müssen schon heute Perspektiven aufzeigt werden. Es wird Zeit, dass die Protagonisten ihre Rolle als Vorreiter und Meinungsbildner wieder spielen – und zwar jetzt!

Andre Kranke, stellvertretender Chefredakteur

21. Januar 2010Die Geldquelle LKW-Maut versiegt

Vor knapp drei Monaten hatte die von vielen herbeigesehnte Regierung aus Union und FDP bereits einen holprigen Start. Seitdem sind die Koalitionäre nicht in Gang gekommen. Die schwarz-gelbe Koalition hat gerade in der Verkehrspolitik einen glatten Fehlstart hingelegt. 80 Tage, nachdem die Verhandlungsführer für die schwarz-gelbe Verkehrspolitik jede weitere Erhöhung der LKW-Maut explizit ausschlossen, wird dieses Versprechen bereits infrage gestellt. Eine Blamage in erster Linie für FDP-Verkehrspolitiker Patrick Döring, der sich vehement für das Einfrieren der Mautsätze aussprach.

Der zuständige Ressortchef Peter Ramsauer hat sich dagegen zumindest in diesem Punkt von Anfang an bedeckt gehalten. Kein Wunder: Zeigt doch ein Blick auf die aktuellen Mauteinnahmen das drohende Desaster im Verkehrshaushalt. Die Wirtschaftskrise reißt eine Lücke von rund 700 Millionen Euro an fehlenden Mautgeldern in den ohnehin fragilen Haushalt 2009. In vier Jahren als CSU-Landesgruppenchef im Koalitionsgescharre um den klammen Staatssäckel gestählt, sieht Ramsauer die harten Einschnitte für seinen Etat bereits kommen. Da hilft jede Million an Extraeinnahmen, um den Finanzminister gnädig zu stimmen.

Ob es tatsächlich ohne deutliches Anheben der LKW-Maut möglich ist, die Investitionen des Bundes in den Erhalt und Ausbau des Straßen- und Schienennetzes auf einem Mindestniveau zu halten, bleibt fraglich. Das Transportgewerbe darf gespannt sein, wer sich am Ende durchsetzt. Die Verkehrspolitiker mit ihrem Versprechen, die Maut nicht zu erhöhen, oder FDP-Parteichef Guido Westerwelle mit seiner vollmundigen Ankündigung, die Steuern trotz Wirtschaftskrise um mehr als 20 Milliarden Euro jährlich zu senken. Da kämen Westerwelle zur Gegenfinanzierung ein paar Zusatzmilliarden aus der Maut sicher recht.

Sebastian Bollig, Redakteur

14. Januar 2010Elektromobilität oder E wie Diesel

Da rollt was auf uns zu: Nur die Reifengeräusche kündigen die neuen Herrscher der Straßen an. Das stumme Elektroherz ersetzt das brummige Dieselaggregat – zumindest zeitweise.

Der lokale Stromanbieter richtet Ladestationen an jeder Straßenlaterne ein. Und das frisch zusammengefügte paneuropäische Ökostromnetz sorgt dafür, dass keine Windflaute in der Nordsee zum großen Jammer an der Elektrozapfsäule führt. Diese Puzzleteile ergeben die Marschroute für die angebrochene Dekade: für das Jahrzehnt der Elektromobilität.

Laut einer Studie sollen in fünf Jahren allein in Paris über 60.000 Hybride und Elektrofahrzeuge rollen, weitere 70.000 in New York. Die deutschen Pläne sehen bis zum Ende der Dekade Potenzial für eine Million Stromer zwischen Schleswig und dem Allgäu. Für die ersten 100.000 Stromer soll ein Förderprogramm helfen, das Rad in Schwung zu setzen.

Seriöserweise wissen auch die Ambitioniertesten, dass nur wenige der neuen, abgasarmen Fortbewegungsmittel Güter laden werden. Nämlich Verteiler, Entsorger oder Kep-Fahrzeuge. Das Gros der Waren wird in der Just-in-time-Gesellschaft weiter über Strecken jenseits der 100-Kilometer-Marke umhergefahren – und zwar möglichst ohne Stop-and-go-Verkehr.

Damit wird die Mittel- und Langstrecke auch im Elektrozeitalter fest in der Hand des Diesel bleiben. Was nicht heißt, dass der per se auf Effizienz getrimmte Selbstzünder so bleiben kann, wie er ist. Denn jede kleine Verbrennung im Dieselaggregat ist klimarelevant, da sie direkt Kohlendioxid freisetzt. Also werden sich nicht nur die City-Flitzer ändern müssen, sondern auch die Nutzfahrzeuge.

Rocco Swantusch, Redakteur

7. Januar 2010Traue keiner Prognose

Willkommen im Jahr 2010! 2010 – klingt doch irgendwie frisch. Fühlt sich für Sie denn schon etwas anders an? Besser? Wahrscheinlich nicht, wenn man den Prognosen glauben darf, die wir für unsere Perspektiven für das neue Jahr eingesammelt haben. Pleiten, unsichere Preisentwicklung und Wachstum auf Pygmäenniveau, so lassen sich die Aussagen dazu zusammenfassen. Leere Netze prophezeien uns die Fischer im trüben Wasser der kommenden Konjunkturentwicklung.

Doch plötzlich zuckt beim Blick auf die Internetseite der VerkehrsRund­schau ungläubig das Auge: Auf die Frage „Lief 2009 rück­blickend schlimmer oder besser als zu Jahresbeginn er­wartet“ antworteten 43 Prozent mit „bes­ser, ich hatte noch mehr Rückgang erwartet“. Ob es jetzt eigentlich doch ganz gut gelaufen ist oder aber die Erwartungen absolut tiefschwarz gewesen waren, lässt sich leider nicht ermitteln.

Fast schon entsteht der Eindruck, wer Positives meldet, macht sich irgendwie verdächtig. So rief eine Studie des Beratungsunternehmens Contor sogar bei Contor selbst große Überraschung hervor, nachdem das Ergebnis vorlag: Deutschland dominiert Standort-Ranking. Im EU-weiten Regionen-Vergleich liegen insbesondere bayerische Standorte vorne. Das Ranking: Luxemburg, Landkreis München, Ingolstadt, Warschau, Stadt München. 13 deutsche Regionen finden sich unter den besten 25 der EU.

Wie geht das denn? Der Standort Deutschland war doch schon in Grund und Boden geredet und geschrieben worden. Also doch nicht alles so schlecht wie angenommen? Oder ist es einfach woanders noch viel schwieriger? Aber natürlich, jetzt kommt es: Unter den 25 letztplatzierten Regionen finden sich 17 deutsche – vor allem aus Nord- und Ostdeutschland.

Ihnen wünschen wir 2010 viele positive Überraschungen und uns allen, dass manche – vor allem negative – Prognosen und Trends sich doch nicht bewahrheiten.

Birgit Bauer, Chefredakteurin

10. Dezember 2009Vorsichtig optimistisch

Das sind doch gute Aussichten: Der Konjunkturmotor kommt in Schwung. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum 2010 reichen von 0,8 bis 1,6 Prozent. Auch im Straßengüterverkehr werden die positiven Impulse bemerkt: Die Preise steigen wieder. Und immer mehr Logistikdienstleister wie auch Verlader gehen davon aus, dass die Frachtraten, aber auch die Transportmengen weiter zulegen.

Wer sich jetzt denkt: „Mehr Aufträge, auskömmliche Preise, die hätte ich auch gerne“, regt sich wahrscheinlich zu Recht auf. Nicht jeder ist bislang in den Genuss höherer Preise gekommen. Auch die Zahlen zum VerkehrsRundschau-Index verdeutlichen, dass das Transportgewerbe das Tal der Tränen noch längst nicht verlassen hat.

Dennoch, die Aufwärtstendenzen sind unverkennbar. Die wieder anziehenden Frachtraten sind ein Indiz dafür. Dazu haben die Fuhrunternehmen ihren Teil beigetragen, indem sie in bis dato nicht erlebter Weise zahlreiche LKW abgemeldet haben. Diese Entscheidung hat sich für viele im nachhinein als (überlebens-)wichtig herausgestellt. Auch wenn die Zahl der Insolvenzen im Transportgewerbe 2009 bislang gestiegen ist: Ohne die Verringerung der Kapazitäten wären die Preise noch stärker in den Keller gerutscht und hätten noch mehr Betriebe den Gang zum Insolvenzverwalter antreten müssen.

Damit ist jedoch erst ein Schritt getan. Die Zahlen zum VerkehrsRundschau-Index zeigen, dass die Kosten der Krise auf den ohnehin nicht sehr breiten Schultern des Transportgewerbes abgeladen wurden. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Nur wenn es gelingt, in Preisgesprächen zumindest einen Teil der angelaufenen Kosten weiterzureichen, kann aus guten Aussichten auch tatsächlich irgendwann eine gute Gegenwart werden.

Michael Cordes, Redakteur

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