19.02.2009 | Transport + Logistik

Kögel trotzt der Marktschwäche

Günzburg. Das fünfundsiebzigste Jahr des Firmenbestehens wird für Kögel eines der schwersten werden. Im Trailermarkt, der in den vergangenen Monaten Auftragsrückgange von bis zu 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkraften musste, haben auch die Süddeutschen zu kämpfen. „Unter den drei größten europäischen Trailerherstellern hat sich Kögel in der aktuellen Krise des Nutzfahrzeugmarktes am besten behauptet“, meint Kögel Vertriebsgeschäftsführer Andreas Berndmeyer bei der Präsentation der Jahresbilanz in Günzburg. Vom Auftragseingang der deutschen Hersteller welcher von über 150.000 Einheiten (2007) auf 39.261 im vergangenen Jahr zurückfiel, entfielen nach eigenen Angaben 27 Prozent (10.602 Aufträge) auf die Burtenbacher.

Von Januar bis Dezember 2008 verließen 18.245 Einheiten die Kögel-Werke. Das sind acht Prozent weniger Fahrzeuge als im Jahr 2007. Zwei Drittel der Produktion lief im ersten Halbjahr vom Band. Der vorläufige konsolidierte Umsatz der Kögel-Gruppe für das Jahr 2008 beläuft sich auf 440 Millionen Euro und liegt 2 Prozent unter dem Vorjahr. Der Marktanteil in Deutschland in den von Kögel bedienten Marktsegmenten kletterte auf 14,9 Prozent. Vor allem die Planensattelauflieger (20,3 Marktanteil) und die geschlossenen Kastenauflieger (Marktanteil 17,9 Prozent) legten zu. Immer stärker trägt der heimische Markt das Geschäft der Süddeutschen. 41 Prozent des Umsatzes erlöste Kögel auf dem deutschen Markt (im Vorjahr lag die Importquote bei 32,9 Prozent). Mit Prognosen für das laufende Jahr tun sich die Trailerbauer schwer.

„Planbar ist dieses Jahr nichts“, kommentiert Alexander Tietje, der Vorsitzende der Kögel-Geschäftsführung den Jahresausblick. Momentan fertigen die Trailerbauer 120 Einheiten pro Woche. Die Burtenbacher hatten sich frühzeitig mit den drohenden Absatzproblemen beschäftigt und die Produktions- wie auch Strukturkosten zurückgefahren. Im Juni 2008 beendete der Fahrzeughersteller die Beschäftigungsverhältnisse von Zeitarbeitskräften, befristete Arbeitsverträge wurden nicht verlängert. Neue Investitionen wie der Ausbau des tschechischen Werk in Chocen ruhen momentan auf Eis. An eine Normalisierung des Marktes in diesem Jahr glauben die Süddeutschen dennoch. Auch wenn dies auf einem eher niedrigen Marktniveau stattfinden wird.

Gut laufen immer noch die Spezialanwendungen wie die Kühler- oder Boxenaufbauten. Wohingegen das Volumenprodukt des Planensattelaufliegers unter der momentan eher mittelständig geprägten Kundschaft wenig Abnehmer findet. Der Phoenixx, dessen Bauteile teilweise aus gewichtssparendem Carbon bestehen, wird weiter Bestandteil der Kögel-Familie bleiben, aber ein Exot bleiben, bestätigt Tietje. (rs)

 
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