08.01.2009 | Transport + Logistik

Klimawandel macht Anpassung notwendig

Köln. Wenn die Erde langfristig wärmer wird, betrifft das auch die Wirtschaft. Das geht aus dem aktuellen Umweltexpertenpanel des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. Denn laut Expertenmeinung ist die globale Erderwärmung trotz vieler Schutz- und Gegenmaßnahmen kurzfristig kaum noch aufzuhalten. Eine Antwort auf den Klimawandel liefert nun eine IW-Umfrage vom September 2008, an der sich 182 Umweltfachleute aus Unternehmen und Wirtschaftsverbänden beteiligten.

Fast drei Viertel der Umweltexperten sind der Meinung, dass die auch Wirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel gefordert ist. Zum einen soll sie Treibhausgas-Emissionen vermindern und vermeiden, zum anderen soll sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen. Für die Verfolgung nur einer Strategie spricht sich lediglich eine Minderheit der Fachleute aus. Die Verringerung von Treibhausgasen und die Anpassungsmaßnahmen stehen dabei in einem Wechselverhältnis: Sie können sich ergänzen oder einander zuwiderlaufen.

Dennoch tun sich manche Unternehmen schwer, eine effektive Klimapolitik zu betreiben. Als wichtigsten Hindernisfaktor nennt knapp die Hälfte der Umweltexperten den langen Zeithorizont, um dem Klimawandel zu begegnen. Fast ebenso viele Spezialisten glauben, dass der Mangel an zuverlässigen Daten ein Problem ist. Jeder dritte Befragte führt die geringe Anpassung auf zu wenige Informationen über den Klimawandel selbst zurück. So manches Unternehmen plant zudem eher kurzfris¬tig, fühlt sich vom Klimawandel kaum betroffen, hat zu geringe Ressourcen oder beklagt fehlende politische Unterstützung – dies sind weitere Gründe, warum Betriebe den Schutz der Erdatmosphäre vernachlässigen.

Das größte klimatische Risiko trägt nach Meinung der Fachleute die Land- und Forstwirtschaft, die wegen der Erderwärmung mit stark schwankenden Erträgen und Schädlingsseuchen rechnen muss. Die besten Chancen hätte hingegen der Bausektor. Wegen des Klimawandels werde es etwa einen massiv steigenden Bedarf an gedämmten und verschatteten Gebäuden geben. Außerdem seien voraussichtlich deutlich mehr Investitionen in den Küs¬tenschutz erforderlich. (ag)

 
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