Brüssel. Die Gemeinschaft Europäischer Bahnen (CER) wird morgen bei einem Gespräch in Rom versuchen, die italienische Eisenbahnbehörde von ihren Plänen abzubringen, den Einzelwagenverkehr für Gefahrgüter auf dem italienischen Schienennetz ab 1. April zu verbieten. Gefahrgut kann dann nur noch im Ganzzugverkehr in Italien transportiert werden. Die CER sieht darin eine Benachteiligung für den Schienenverkehr. Gefahrgüter würden aller Voraussicht nach auf LKW verlagert. Der Transport auf der Straße sei jedoch nicht sicherer als auf der Schiene, so die CER-Position. Außerdem problematisch sei das Umladen von Gefahrengütern, die im Einzelwagenverkehr bis an die italienische Grenze gelangen und dann auf andere Transportmittel gebracht werden müssten. Die Maßnahme der italienischen Eisenbahnbehörde ist eine Reaktion auf das Zugunglück am 30. Juni 2009 in Viareggio. Damals entgleiste in der toskanischen Stadt ein Güterzug, in dem sich Waggons mit Flüssiggas befand. Das Gas explodierte bei dem Unfall, bei dem es mehrere Tote und Schwerverletzte gab. (kw)
Italien soll Gefahrgut-Transporte per Bahn nicht einschränken
Einzelwagenverkehr mit Gefahrgut: Die Gemeinschaft Europäischer Bahnen drängt die italienische Eisenbahnbehörde zur Rücknahme des Verbots