24.11.2009 | Transport + Logistik

Investitionen und Exporte holen Wirtschaft aus Rezession

Wiesbaden. Kräftige Investitionen dank staatlicher Konjunkturprogramme und der wiedererstarkte Export haben die deutsche Wirtschaft aus der Rezession geholt. Dagegen bremsten nach dem Auslaufen der Abwrackprämie die zurückhaltenden Konsumenten das Wirtschaftswachstum. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal real um 0,7 Prozent zu. Das meldete das Statistische Bundesamt am Dienstag und bestätigte damit seine erste Schätzung.

Dieses Plus war das stärkste Wachstum seit Anfang 2008. Damit sei die schwerste Rezession seit Beginn der Bundesrepublik endgültig überwunden: „Die deutsche Wirtschaft erholt sich nach dem starken Einbruch im Winterhalbjahr weiter“, schrieben die Statistiker. Der überraschend schnell eingesetzte Aufwärtstrend aus dem Frühjahr mit plus 0,4 Prozent setze sich fort. Nach Einschätzung der Commerzbank steht die Aufwärtsbewegung der Wirtschaft auf einem breiteren Fundament als oft vermutet.

Wegen des schlechten Starts ins Jahr wird die Wirtschaft aber trotz der Aufholjagd im Gesamtjahr 2009 so stark einbrechen wie noch nie seit Beginn der Bundesrepublik. Experten erwarten ein Minus von vier bis fünf Prozent.

Im nächsten Jahr soll die Konjunktur aber wieder auf Wachstumskurs gehen. Für 2010 sagen die fünf „Wirtschaftsweisen“ ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus, einige Volkswirte bis zu 2,0 Prozent. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erwartet einen schleppenden Aufschwung, getragen vor allem vom Export.

Im dritten Quartal stiegen die Investitionen um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Bei den Bauinvestitionen dürfte dies vor allem ein Effekt der beiden staatlichen Konjunkturprogramme sein, berichteten die Volkswirte der Commerzbank. Aber auch die Firmen steckten wieder Geld in Gebäude und Maschinen. Positive Impulse kamen laut Statistik von den Exporten mit einem Plus von 4,9 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die Importe noch stärker als die Exporte und die Unternehmen bauten ihre Lagerbestände aus. Ein Bremsfaktor waren die Ausgaben der privaten Haushalte für den Konsum, die um 0,9 Prozent sanken. Dagegen stiegen die Konsumausgaben des Staates leicht um 0,1 Prozent.

Das Ausmaß der Wirtschaftskrise zeigt sich deutlich am Vorjahresvergleich, bei dem das BIP im dritten Quartal um 4,7 Prozent geschrumpft ist. (dpa)

 
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