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04.01.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumInterview: "B2C ist ein Wachstumsmarkt"

Peter Schafleitner, Direktor und Regionalleiter Mitte bei Gebrüder Weiss, verrät im Interview, was der Speditions- und Logistikdienstleister im B2C-Berreich plant.
Peter Schafleitner Gebrüder Weiss

Peter Schafleitner, Direktor und Regionalleiter Mitte bei  Speditions- und Logistikdienstleister Gebrüder Weiss

Foto: Gebrüder Weiss

VerkehrsRundschau: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben für Gebrüder Weiss das B2C-Geschäft von Österreichs größtem Versandhändler Unito und Hermes Einrichtungs Service gewonnen. Wie viele Sendungen an Endkunden wickelt Gebrüder Weiss damit jährlich ab?

Peter Schafleitner: Insgesamt beläuft sich damit unser jährliches Gesamtvolumen auf rund 300.000 Sendungen B2C-Geschäft – davon rund 200.000 Sendungen in Österreich und rund 70.000 Sendungen in Tschechien.

Wie wichtig ist das B2C-Segment für Gebrüder Weiss (GW)?

Das B2C-Geschäft sehen wir ganz klar als Wachstumsmarkt. Im vergangenen Jahr haben wir unsere Services unter dem Produktnamen „GW pro.line home“ zusammengefasst, die Heimzustellung flächendeckend in Österreich ausgeweitet und kontinuierlich um Zusatzleistungen erweitert. Auch in Tschechien, der Slowakei und Ungarn bauen wir unsere Home-Delivery-Services weiter aus. In naher Zukunft planen wir, das Endkundengeschäft in weiteren osteuropäischen Ländern und der Schweiz einzuführen.

In Deutschland ist Gebrüder Weiss über die GW-eigenen Standorte Memmingen, Altingen, Lindau, Passau, Nürnberg und Esslingen ebenfalls präsent. Was planen Sie da?

In Deutschland und Westeuropa halten wir ganz klar an unseren bestehenden Partnerschaften im Rahmen der System Alliance Europe fest. Da wird Gebrüder Weiss nicht selbstständig tätig werden.

Welche Features umfasst Ihr Endkunden-Service?

Wir organisieren den Hauptlauf vom Kunden zu acht Depots in Österreich sowie – in einer separaten Produktionsschiene – den Umschlag und die Zustellung der B2C-Sendungen. Die Produktion im B2B- und B2C-Stückgutgeschäft haben wir bewusst getrennt, wobei wir fallweise im Hauptlauf der Sendungen zu den Depots Synergien zwischen den beiden Bereichen erzielen. Die Zustellung an den Endkunden, also die „Last Mile“, erfolgt hingegen komplett getrennt vom B2B-Geschäft, da wir unseren Kunden ein Zwei-Mann-Handling bieten – inklusive spezieller Zusatzservices wie Montage und Installation der Geräte, Rücknahme und Entsorgung von Altgeräten, Samstag- und Abendlieferungen.

Beliefern Sie Privatkunden mit Ihren eigenen Fahrzeugen und Fahrern oder haben Sie diese Aufgabe an Transportpartner outgesourct?

Wir arbeiten hier mit zertifizierten und produktgeschulten Subunternehmern zusammen.

Von welchen jährlichen Wachstumszahlen gehen Sie im B2C-Zwei-Mann-Handling-und -Möbel-Geschäft in den kommenden Jahren aus?

Wir rechnen mit jährlich 10 bis 15 Prozent Mengenwachstum.

In welchen Kundenbranchen sehen Sie da das größte Wachstumspotenzial?

Potenzial sehen wir vor allem in den Bereichen Consumer Electronics sowie Möbel, Weißware und Fitnessgeräte. Viele unserer B2B-Kunden haben mittlerweile eine eigene B2C-Schiene, die wir ebenfalls bedienen können. Diverse Zusatzservices wie Same Day Delivery, Live Tracking, individuelle Zustelltermine und das Thema Geschwindigkeit werden das Wachstum im B2C-Geschäft zusätzlich vorantreiben.

Wie realistisch ist vor diesem Hintergrund für Gebrüder Weiss ein komplett eigenes B2C-Netz?

Wenn sich das Wachstum im B2C-Segment so entwickelt wie erwartet, ist es durchaus vorstellbar, dass wir für das Privatkunden-Geschäft ein komplett eigenes B2C-Netz in unseren Ländern aufziehen. Das ist momentan aber noch Zukunftsmusik.

Das Interview führte VerkehrsRundschau-Redakteurin Eva Hassa

Um was es geht:

Gebrüder Weiss punktet in der Endkundenzustellung (B2C). Soeben hat das österreichische Transport- und Logistikunternehmen Österreichs größten Versandhändler Unito, zu dem auch Otto und Quelle gehören, als Kunde gewonnen. Neuer Auftraggeber im  B2C-Geschäft von Gebrüder Weiss ist zudem  „Hermes Einrichtungs Service“. Treiber des Home-Delivery-Geschäfts ist Peter Schafleitner, Direktor und Regionalleiter Mitte bei Gebrüder Weiss.  (eh)

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