04.09.2009 | Transport + Logistik

Insolvenzwelle bei Autozulieferern

Stuttgart/Hannover. Die schwerste Krise der Autozulieferer seit Jahrzehnten hat viele Unternehmen an den Abgrund gebracht. Seit Beginn der Talfahrt haben laut Verband der Automobilindustrie (VDA) rund 50 Zulieferer Insolvenz anmelden müssen – darunter sind Unternehmen wie Edscha, Stankiewicz oder Geiger. Bereits im vergangenen Jahr sackten die Erlöse nach jahrelangem Wachstum um knapp zehn Prozent auf 68,2 Milliarden Euro ab. Im ersten Halbjahr 2009 kam es noch schlimmer: Der Umsatz brach um ein Drittel ein. Insgesamt sind in der Autozulieferer-Industrie in Deutschland binnen eines Jahres rund 16.000 Arbeitsplätze gestrichen worden. Im Juni 2009 arbeiteten noch 283.900 Menschen in der Branche, ein Jahr zuvor waren es 15.800 mehr.

Die Zulieferer gelten als Herz der deutschen Autoindustrie. Sie versorgen die Hersteller mit allen Teilen von einfachen Schrauben über Klimaanlagen bis hin zu komplizierter Elektronik. Dabei sind die Zulieferer oftmals Vorreiter, wenn es um Innovationen geht. Längst entfällt ein Großteil der Entwicklungsarbeit beim Automobil auf Zulieferunternehmen, sie leisten nach Angaben des VDA rund drei Viertel der Wertschöpfung.

Zu den großen der Branche in Deutschland zählen neben dem weltgrößten Zulieferer Bosch auch Continental/Schaeffler und ZF Friedrichshafen. Die Branche ist stark mittelständisch geprägt. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland laut VDA 633 reine Autozulieferer, die Zahl der Firmen, die tatsächlich in die Schlüsselindustrie lieferten, liege aber noch deutlich höher. (dpa/ag)

 
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