30.01.2009 |

Initiative will Transrapid retten und neue Fahrweg-Teile testen

Hannover. Mittelständische Unternehmer wollen die Transrapid-Versuchsanlage im emsländischen Lathen retten. Die Teststrecke steht im Sommer vor dem Aus, weil die Industrie kein Interesse mehr an der weiteren Erprobung des Magnetschwebezuges hat. Der Baustoff-Unternehmer Rolf Trauernicht aus dem ostfriesischen Großefehn und andere Unterstützer berichteten am Freitag in Hannover, es sollten neuartige Fahrweg-Träger in die bestehende Teststrecke eingebaut und getestet werden. Damit könnte die Strecke wesentlich billiger gebaut werden, so dass der Transrapid-Fahrweg dann auch verkäuflich sei, sagte der Bauingenieur und Bauteile-Erfinder, Hermann Flessner.

Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP), der sich stets für den Erhalt der Versuchsstrecke eingesetzt hat, unterstützt die Initiative aus dem Mittelstand. Die Landtagsfraktion der Grünen dagegen sieht keinerlei Vermarktungschancen mehr für den Transpraid.

Der Unternehmer Trauernicht ist bereit, 125.000 Euro aus seinem Privatvermögen zur Rettung des Transrapid zu investieren. Außerdem ruft er zu Spenden auf. Der Test mit neuen Fahrweg-Teilen in Lathen würde rund zwei Millionen Euro kosten, erklärte Flessner. Die Beschaffung des Geldes wäre kein Problem, betonte der Ingenieur aus Hamburg. Er hält zusammen mit einem Unternehmen das Patent für die Fahrweg-Träger. Die einzelnen Bauteile seien leichter anzuliefern und könnten vor Ort zusammenmontiert werden. Flessner und Trauernicht hoffen, dass doch noch Praxisstrecken in Deutschland, wie etwa die Verbindung Hamburg-Berlin, gebaut werden.

Minister Hirche bezeichnete die Initiative als eine „interessante Zwischenlösung“, damit die Teststrecke in Lathen im Juli nicht abgebaut wird. Das Projekt müsse aber zunächst mit dem Bund besprochen werden. Auch die Industrie müsse ihre Bereitschaft signalisieren, den Test-Transrapid nicht aus Lathen abzuziehen. „Ich habe den Eindruck, da ist noch Spielraum drin“, sagte Hirche.

Bisher hat allein der Bund die Kosten für die Strecke getragen. Hirche sagte, aus seiner Sicht sollte sich das Land mit einem kleinen Beitrag beteiligen, wenn die Versuchsanlage erhalten werden könne. Die hohen Kosten für den Fahrweg waren bislang Gründe für die Bedenken gegen Anwenderstrecken in Deutschland.

Die geplante Transrapid-Verbindung Hamburg-Berlin wurde 2000 als nicht rentabel eingestuft, auch das Münchner Projekt mit einer Verbindung zum Flughafen wurde wegen Kostensteigerungen gekippt. Im chinesischen Shanghai fährt der einzige Transrapid mit regulären Betrieb. Auf der Teststrecke in Lathen waren im September 2006 bei einem Unfall 23 Menschen gestorben und zehn verletzt worden.

Der Unternehmer Trauernicht hatte sich bereits vor Jahren mit privatem Geld erfolgreich für den Lückenschluss der A31 im Emsland engagiert. Der Ostfriese ist außerdem ein Verfechter eines sogenannten EuroRapid bis in die Niederlande. (dpa)

 
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