Reportage
Die Straßen glänzen nass und herbstlich an diesem verregneten Abend. Kurz nach 22.00 Uhr treten zwei matt dunkel lackierte Leopard 2 Kampfpanzer ihre Reise vom Münchner Stadtteil Allach ins südafghanische Kandahar an. Auftraggeber: das kanadische Militär. Zwei Nächte werden zwei Schwertransporter auf deutschen Autobahnen vom Werk Krauss-Maffei Wegmann in München bis Geilenkirchen bei Aachen unterwegs sein. Dort werden sie am Nato Flughafen in eine Transportmaschine geladen und nach Afghanistan geflogen. Heute werden sie es wohl bis zur rund 450 Kilometer entfernten Raststätte im Hunsrück schaffen.
"Ich bin kein Trucker"
Als lenke er einen Golf aus einer kleinen Parklücke, gibt Kraftfahrer Werner Ellenson ganz entspannt Gas und ordnet sich mit seinem Schwerlasttransporter in den Konvoi ein. An der Spitze der kleinen Kolonne sorgt ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht für freie Fahrt – zumindest bis zur Autobahn. Werner Ellenson zündet sich eine Zigarette an, weitere folgen im Laufe der Fahrt. "Ich bin kein Trucker", protestiert der 51-jährige Lastwagenfahrer. "Ich arbeite seit 1977 als Fahrer", erzählt er und erklärt, "ich habe bereits Anfang der 80er-Jahre Schwertransporte für die US-Armee in Kaiserslautern gefahren". Dass er zur Spedition Susenburger kam, war eher Zufall. "Der Bruder vom Chef, der ebenfalls LKW fährt, sagte mir, dass die Spedition noch Leute sucht", erinnert sich Werner Ellenson an seinen Jobwechsel vor sechs Jahren.







