Frachtführer in der Klemme
Liebe Leser,
Transportpreise sind derzeit das Thema im Transportgewerbe. Auslöser dafür sind die steigenden Kosten. Den Logistikdienstleistern regnet es dabei gleich von mehreren Seiten nass rein: Aufgrund der neuen Arbeitszeitregelungen im Straßengüterverkehr müssen die Unternehmen mehr Fahrer einstellen. Angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes für LKW-Fahrer ein schwieriges Unterfangen.
Also bilden die Unternehmen stärker als bislang selbst aus oder sind gezwungen, höhere Löhne zu zahlen. Beides erhöht die Personalkosten. Dazu kommen die steigenden Preise für Dieselkraftstoffe, höhere Aufwendungen bei Versicherungen und in der Ladungssicherung, etc. Viele Fuhrunternehmen drohen in eine gefährliche Schieflage zu geraten. Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (Amö) berichtet heute, dass der Kostenanstieg für seine Unternehmen sich in der Größenordnung von 16 Prozent bis hin zu 30 Prozent bewegt. Den Unternehmen bleibt also gar nichts anderes übrig, als ihre Preise entsprechend anzupassen.
Aber sind Preisverhandlungen mit dem Verlader ein erfolgversprechender Ausweg? Wie sind Ihre Erfahrungen: Gehen Ihre Auftraggeber auf Ihre Forderungen ein? Was, wenn die Verlader nicht zu Zugeständnissen bereit sind? Sind dann ganz andere Maßnahmen notwendig? Siehe Italien: Dort haben die Frachtführer mit Ihrem Streik unter anderem erreicht, dass die Regierung den Unternehmen 30 Millionen Euro für die Erstattung der Mautgebühren in Aussicht gestellt hat. Ist also ein Streik wirklich eine Alternative?
Schreiben Sie uns und bloggen sie mit. Wir sind gespannt auf Ihre Antworten.
Michael Cordes

Am 18. Dezember 2007 um 15:11 Uhr
Ein wesentliches Problem in der ganzen Diskussion liegt in der Tatsache, dass es auch bei der Preisdiskussion wie bei vielen Themen zwei Seiten gibt. Natürlich sind Fuhrunternehmen nicht die Caritas – und haben keine andere Wahl, als auf die steigenden Betriebskosten in irgendeiner Weise zu reagieren. Auf der anderen Seite zählt natürlich immer auch das gute Kundenverhältnis – man möchte seine Kunden halten, sie nicht verlieren. Aus diesem Grund führt der derzeit wohl beste Weg über einen Kompromiss. Preisanpassungen ja – aber immer in Rücksprache mit dem Kunden und so moderat, dass beide Seiten mit einer möglichen Lösung leben können. Werden die Kosten offen dargelegt, wird die Zusammensetzung erläutert, so ist auch der Kunde in der Regel einsichtig. Ein Streik kann und darf immer nur der letzte Ausweg sein. Auch, wenn der Arbeitskampf in Italien zum Erfolg geführt hat – wir in Deutschland sollten zunächst einmal nach anderen Lösungswegen suchen.
Am 22. Dezember 2007 um 23:46 Uhr
Durch grössere Effizienz und längere Rampenzeiten könnten schon sehr viel Kosten gespart werden, wenn mann aber nur manchmal 4 Stunden am Tag Wahren-Annahme Zeit hat braucht mann entweder doppelte Besatzungen oder Fahrzeiten-Missachtung.
Wenn dann auch noch weniger mit ladungs-Angebote gehandelt wird und nicht Händler oder wie Sie sich nennen Vermittler mehrere Hundert Euro an einen Ladung verdienen, verdienen die Jenige die letztendlich die Arbeit machen etwas mehr und gibt es trotzdem keine höhere Preisen.
Auf ein gutes neues Jahr!
Liefers ( Niederlanden)
Am 23. Januar 2008 um 09:45 Uhr
Sorry, Für alles gibt es Verbände. Man könnte aber meinen, die spielten sich die ganze Zeit nur an den Füssen
Der Berufszweig hat doch mehr probleme als nur die Unterbezahlung der Fahrer.
Im gegensatz zu andernen Ländern, bekommen die deutschen Fahrern Spesen wie die Fahrer in Polen. Auch bei den Löhnen nähern wir uns polnischen Verhältnissen an.
Auch bin ich der Auffassung, das die großen Speditionen keine Ahnung von den neuen Lenk und Ruhezeiten haben, Bzw die Fahrer dazu zwingen, die nicht einzuhalten.
Auch große Discounter nehmen sich raus die (Fremden) Fahrer Stundenlang rumstehen zu lassen und dann noch Ihre Arbeitkraft nutzen um Ihre Lager am laufen zu halten.
Auch der Zustand der Wechselbrücken die wir Fahrer aufnehmen müssen ist unter aller Sau.
Während bei Lkw´s mit Festaufbau alles durch den Tüv geprüft wird, wird der zustand der Wechselbehälter immer schlimmer.
Sollte der Fahrer sich aber weigern diese aufzunehmen, schickt man ihn nach Hause, mit der Begründung man könne ihn nicht gebrauchen, Durch diesen Nichtabzug stellen diese Logistikbetriebe dem Subunternehmer unter umständen das 8 bis 10 fache der Marge für die Tour in Rechnung.
Der Fahrer ist doch bei allem nur noch der dumme.
Und keiner will oder kann was dagegen tun.
Am 14. März 2008 um 18:52 Uhr
Den Hinweis auf die Verbände möchte ich mal aufnehmen. Ich habe auch den Eindruck, dass die Verbände der verfehlten Politik zu wenig entgegen setzen. Man beschränkt sich zunehmend darauf, selbst die unsinnigsten Verordnungen, Bestimungen ect. zu moderieren und zu kommentieren. Ich würde mir eine deutlichere Opposition wünschen.
Am 27. Juni 2008 um 16:53 Uhr
Ich habe den Eindruck das viele bzw.die Probleme in der Transportbranche einfach totgeschwiegen werden.Was tun die Verbände und die Politik?Nichts!Es wird zu einem Speditionssterben in einem Ausmaße kommen an das keiner glauben will.
Diese im Augenlick wöchentlich steigenden Diesel Preise bringen den Konkurs für sehr viele Spediteure.Die benötigten Fracht- Preise werden nicht erzielt.Die Gebrauchtwagenpreise fallen weil keiner gebrauchte (Euro 3 LKWs )kauft.Das heißt die stillen Reserven sind sehr still geworden und werden noch stiller.
Was tut die Politik.Nichts oder bzw.sie verschlimmert die Lage durch höhere Maut-Kosten ab 2009.
Für diese Branche gibt es keine Lobby.Noch nicht!
Um ein ausbluten der Transportbetriebe und tausende verlorene Arbeitsplätze zu verhindern bedarf es politischer Hilfe!
Dies kann der Markt alleine nicht regulieren.
Wir Speditionen brauchen keine Subventionen oder finanzielle Hilfen!Wir brauchen politische und marktwirtschaftliche Bedingungen die uns die Möglichkeit geben,existensfähig zu sein.
Unter den jetzigen politischen und markttechnischen Bedingungen sind maximal 20 % der Transportbetriebe existensfähig.D.h.diese 20 % erwirtschaften “Gewinne”.
Die Politik muß etwas tun!Sie muß Bedingungen schaffen die die deutschen Transporteure eine Chance gibt.
Wir können am Markt nur exestieren wenn wir in “einem gemeinsamen Europa”gleiche Marktbedingungen haben.
Der deutsche Staat vernichtet massiv das deutsche Transportgewerbe.