Das Gegengift zur Krise

Manche sprechen schon nicht mehr von einer Krise, sondern von einer Katastrophe, wenn sie die derzeitige Lage im Straßengüterverkehr beschreiben sollen. Von zwei Seiten werden die Unternehmen in die Zange genommen. Auf der einen Seite übt die Mauterhöhung massiven Druck auf die wirtschaftliche Situation der Fuhrbetriebe aus, da es ihnen nur sehr begrenzt gelingt, die Kosten der Mauterhöhung an die Auftraggeber weiterzuleiten. Das zeigt die Sonderumfrage im Rahmen des VerkehrsRundschau-Index. Demnach mussten 79 Prozent der Spedition die Kosten der Mauterhöhung teilweise oder sogar ganz alleine schultern.

Auf der anderen Seite bereitet den Speditionen die Auftragslage größte Schwierigkeiten. Für 2009 sagt die Mittelfristprognose ein Minus in Höhe von 4 Prozent für den Straßengüterverkehr voraus. Im Rahmen der VR-Index-Befragung berichten 78 Prozent der Transportdienstleistern von einem sinkenden Auftragsvolumen in den letzten drei Monaten. Dieser Nachfragerückgang sorgt für einen Kapazitätsüberhang, mit dem sich der Preisverfall der Frachtraten im ersten Quartal 2009 erklären lässt. Mit der Folge, dass 37 Prozent der Transportdienstleister Teile ihres Fuhrparks stillgelegt haben. 22 Prozent geben an, rote Zahlen zu schreiben, so die ernüchternden VR-Index-Zahlen.

Angesichts dieser Entwicklung ist zu befürchten, dass einige Spediteure dem Druck nicht mehr länger Stand halten können. Ihnen droht die Insolvenz. Aktuelles Beispiel dafür ist die Spedition Weyand.

Eines hat diese Krise gezeigt und zeigt sie immer noch: Kostensenkungsprogramme, wie sie derzeit quer über alle Branche kursieren, sind nur bedingt als Gegengift für solche dramatischen Abschwünge geeignet. Sie versagen zumindest dann ihren Dienst, wenn die angebotene Leistung keiner mehr nachfragt. Es überlebt hingegen, wer genau hinhört, was seine Kunden wollen, wer dabei innovativ vorgeht und sich mit seinen Leistungen beim Kunden unverzichtbar macht. Keine neue Weisheit, schon klar. Und sicher, die Kosten darf man dabei nicht aus den Augen lassen. Aber die Krise hat mehr denn je gezeigt, wie (über-) lebenswichtig das Schlagwort Kundenorientierung tatsächlich ist: Das Ende der Krise überstehen nicht die Betriebe, die am besten die Kosten drücken konnte, sondern die, die wissen, wie ihre Kunden ticken.

Eine Reaktion zu “Das Gegengift zur Krise”

  1. H. Dittes

    Hallo,
    die Mauterhöhung hat ihr Ziel, den Güterschwerverkehr umweltfreundlicher und die Autobahnen sicherer zumachen voll verfehlt. Der Großteil der Spediteure fährt mit Euro III LKW durch die Gegend, Fahrzeuge die eigentlich ausgewechselt werden müßten. Aber die Mauterhöhung zu diesem Zeitpunkt hat dies zunichte gemacht. Wie soll ein anständiger Spediteur oder Transporteur seine Leute ordentlich entlohnen und gleichzeitig neues Equipment anschaffen in diesen Tagen? Bei den derzeitigen Belastungen, ist dies unmöglich. Mauterhöhung, Verfall der Preise, die Maut muss ausgesetzt werden solange dieses wwirtschaftliche Tief anhält. Vielleicht sollte man darrüber nachdenken einen Verkehrsexperten auf den Posten von Tiefensee zu setzen.

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