Monatsarchiv für Januar 2008

Klimaschutz und Kosten

Mittwoch, den 16. Januar 2008

Das Jahr fängt ja gut an: Kaum waren die Rauchschwaden der Sylvesterknallerei entschwunden, kletterte der Ölpreis erstmals über die 100 Dollar-Marke pro Barrel. Die Debatte um die steigenden Rohölpreise sollte jedoch nicht verschleiern, dass von ganz anderer Seite neue Belastungen drohen, die die Bilanz der Transportdienstleister empfindlich treffen könnten. Gemeint sind hier – ausnahmsweise – nicht die steigenden Personalkosten oder neue Mauterhöhungsrunden. Es geht um den Klimawandel und den CO2-Ausstoß. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschland zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz ausgerufen. Dazu gehört eine drastische Minderung der Treibhausgase.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Ausstoß der Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Da passt es überhaupt nicht ins Bild, dass die CO2-Emissionen des LKW-Verkehrs bis 2025 um 19 Prozent steigen sollen. Diese Zahl ist einer Prognose zu entnehmen, die das Bundesverkehrsministerium gerade zu Jahresbeginn veröffentlicht hat. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass Angela Merkel dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen wird. Die Bundesregierung wird alle Hebel in Bewegung setzen, damit die Vorhersage aus dem Verkehrsministerium nicht eintreffen wird.

Neue Stolpersteine in Form von Auflagen, Ge- oder Verboten oder höheren Steuern oder Mautgebühren wären denkbare Instrumentarien, um den CO2-Ausstoß im Straßengüterverkehr einzudämmen. Es werden also neue Belastungen auf die Fuhrunternehmen zukommen. Für die bedeutet dies zum einen, die Verlader rechtzeitig darauf hinzuweisen. Denn wie eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) zeigt, sehen auch die Verlader einen Handlungsbedarf zur Verringerung der CO2-Emissionen im Güterverkehr.

Der Pferdefuß jedoch: Die meisten von ihnen sind nicht bereit, sich an den mit dem Umweltschutz verbundenen Kosten entsprechend zu beteiligen. Die zweite Konsequenz für das Transportgewerbe: Es wird der Unternehmer im Vorteil sein, dem es gelingt, seine CO2-Emissionen im Zaum zu halten. Denn vor allem in der Industrie stellen immer mehr Betriebe CO2-Bilanzen auf mit dem Ziel, die Emissionen zu verringern. Wer als Transportdienstleister seinem Auftraggeber dabei behilflich sein kann, verschafft sich hier gegenüber der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil, der vielleicht noch nicht jetzt, aber zukünftig honoriert wird.

Doch eines ist auch sicher: Die Verringerung der CO2-Emissionen ist kein Kinderspiel. Vorschläge dazu sind jederzeit willkommen.