26.11.2009 |

IHK Nord: Bund muss schnell die Lotsabgaben senken

Hamburg. „Dringenden Handlungsbedarf“ seitens des Bundes erkennt die Industrie- und Handelskammer Nord (IHK Nord) bei der Anpassung der Lotsabgaben. Der Schritt sei erforderlich, um damit einen Beitrag zur mittel- und langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu leisten. Deshalb sei eine „spürbare Senkung“ dieser dem Bund zustehenden Entgelte auch „ein wichtiges Signal an die internationale Schifffahrt“, betonte IHK-Nord-Präsident Uwe Möser in einer heute in Hamburg verbreiteten Stellungnahme. Der IHK Nord gehören insgesamt 13 Kammern in ganz Norddeutschland an.

Die Lotsabgaben müssen seitens der Lotsenbrüderschaften als Entgelt an den Bund abgeführt und aus den Einnahmen des von den Lotsen gegenüber den Reedereien erhobenen Lotsgeldes bestritten werden. Je nach Schiffsgröße und Einsatzgebiet (Revier) können diese Abgaben bis zu 50 Prozent der Lotsengesamtkosten ausmachen. Die IHK Nord weist darauf hin, dass die Lotsabgaben eigentlich nur dafür bestimmt sind, „die öffentlichen Ausgaben für Zwecke des Seelotswesens“ zu decken.

Trotz erheblicher Bedenken der deutschen Seehafenverkehrswirtschaft wurden die in den Bundeshaushalt fließenden Lotsabgaben zum 1. Februar diesen Jahres um sieben Prozent erhöht. Für 2008 hatte der Bund rund 65 Millionen Euro an Lotsabgaben in seinen Haushalt eingeplant.

Die IHK Nord verweist darauf, dass den großen deutschen Universalhäfen an der Nordsee erhebliche Verkehrsmengen zugunsten der Westhäfen verloren gingen, weil sich die Anlaufkosten in den deutschen Häfen aus Sicht der Reedereien deutlich erhöht haben. Tatsache sei, „dass die gesamten Hafenanlaufkosten eines Schiffes bei der Hafenauswahl und der Hafenanlaufstrategie der Reeder eine Rolle spielen“. Dass sich bei den Lotsenabgaben etwas bewegen kann, zeigt sich für den IHK Nord -Präsidenten auch am Beispiel der Niederlande. Dort seien die Lotsenkosten „mit Hilfe von Subventionen durch den niederländischen Staat abgesenkten“ worden.

Indes hat die niederländische Wasserstraßenverwaltung (Rijkswaterstaat) auf den anhaltend starken Zulauf der Reedereien zum Rotterdamer Hafen reagiert. Sie wies jetzt ein zusätzliches Gebiet im Vorfeld des größten europäischen Seehafens als „Reede-Ankerplatz“ aus. Hier können bis zu 15 Schiffe gleichzeitig vor Anker gehen, um auf eine Abfertigung im Rotterdamer Hafen zu warten. Solche Reede-Ankerplätze werden vor allem von Tankern oder Massengutschiffen in Anspruch genommen. (eha)

 
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26.11.2009Artikelinformationen

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