30.03.2010 |

IHK: Maritime Industrie nicht abschreiben

Rostock. Die maritime Industrie im Nordosten hat aus Sicht der Rostocker Industrie- und Handelskammer (IHK) trotz aller aktuellen Probleme gute Zukunftschancen. "Wir haben hier Technologie, die weltweit mit führend ist. Nur weil es einigen gerade nicht gut geht, heißt das noch nicht, dass das für die ganze Branche zutrifft", sagte Hauptgeschäftsführer Rolf Paarmann der dpa am Dienstag vor Beginn der Industriepolitischen Konferenz Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Kleine und mittelständische Zulieferer hätten sich frühzeitig für den Offshore-Sektor oder Maschinenbau aufgestellt. Die Kooperation mit der Wissenschaft lasse sich aber weiter verbessern.

Nötig sei eine engere Vernetzung zwischen Industrie sowie privaten und staatlichen Forschungseinrichtungen, um schwächere Unternehmen fit für neue Entwicklungen zu machen - auch und gerade im Schiffbau. Diese "Kernbranche" allein wegen der derzeitigen Auftragsflaute abzuschreiben, sei fahrlässig, warnte Paarmann. Die Ursachen der Probleme lägen in der schwierigen Lage der globalen Schifffahrt, keinesfalls in mangelnder Innovationsbereitschaft der heimischen Werftindustrie. Allerdings müssten sich Land, Verbände, Kammern und Wissenschaft mehr um längerfristige Förderkonzepte statt um bloße Krisenintervention bei einzelnen Firmen kümmern: "Da hieß es früher einfach zu oft: Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln."

Ein allzu schwarzes Bild von den Perspektiven des deutschen Schiffbaus zu zeichnen, bringe niemandem etwas, meinte Paarmann. "Wir sollten beachten: Im ganzen Land haben wir durch die Insolvenz von Wadan bislang erst drei Folge-Insolvenzen von Zulieferern gehabt." Die rund 140 Teilnehmer der Rostocker Fachtagung aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik würden nun ins Boot geholt, um eine gemeinsame "Technologieoffensive Mecklenburg-Vorpommern" zu starten.

Vorbilder hierfür seien schon bestehende "Cluster" zum gegenseitigen Informationsaustausch und Technologietransfer in anderen Wirtschaftszweigen wie der Biotechnologie (BioCon Valley) oder IT- und Elektrotechnik-Branche (Technologiezentrum Warnemünde). Zu dem Treffen wurden auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) erwartet. (dpa)

 
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