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18.02.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumIG Metall schließt Tarifvertrag mit Imperial Automotive Logistics ab

Die Gewerkschaft wirbt in der Automobillogistik weitere Mitglieder. 665 Beschäftigte des VW-Kontraktlogistikers erhalten rückwirkend 15 Prozent höhere Löhne.
IG Metall VW Pfeife

In Wolfsburg versucht die IG Metall derzeit, die Flächentrarifverträge der Beschäftigten in der Automobillogistik durch Hausvereinbarungen abzulösen

Foto: Picture Alliance/dpa/Hendrik Schmidt

Wolfsburg. In der sechsten Verhandlungsrunde hat sich die IG Metall am Wochenende mit einem weiteren Kontraktlogistiker des Autoherstellers Volkswagen auf einen Haustarifvertrag geeinigt. 665 Beschäftigte von Imperial Automotive Logistics (früher Hansmann) erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2016 eine Lohnerhöhung um 15,05 Prozent. Bislang lag das Entgelt im Durchschnitt bei mehr als zehn Euro. Zudem sinkt ihre Arbeitszeit ab dem 1. März 2016 um eineinhalb Stunden von 39 auf 37,5 Stunden. Der teilte die Gewerkschaft bereits am Montag mit.

Die Mitarbeiter sind demnach auf dem VW-Werksgelände tätig sind oder an den Standorten im Wolfsburger Stadteil Ehmen sowie im nahegelegenen Flechtorf. Bisher galt für sie ein Flächentarifvertrag, den der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vereinbart hatte. IG-Metall-Verhandlungsführer Thilo Reusch betonte, man habe „einen guten Tarifabschluss erzielt, der dem für die Beschäftigten bei Ceva-Logistics entspricht“. Mit diesem Kontraktlogistiker hatte die Gewerkschaft im vergangenen Dezember ebenfalls einen Haustarifvertrag ausgehandelt. Er gilt dort für rund 450 Mitarbeiter.

An den genannten Standorten von Imperial Automotive Logistics soll das Entgelt am 1. Januar 2017 um weitere 2,5 Prozent steigen. Ein Staplerfahrer erhält also einen Stundenlohn von jetzt 12 Euro bzw. künftig 12,30 Euro. Ab Januar 2018 gelten laut IG Metall dann grundsätzlich die tariflichen Bedingungen der VW-Tochter AutoVision, die momentan einen Stundenlohn von 13,55 Euro bei 35 Stunden vorsehen. Für Imperial bedeutet das mittelfristig einen deutlichen Anstieg der Personalkosten und im Umkehrschluss geringere Margen.

Abgrenzung der Gewerkschaften funktioniert

Im Januar hatten die IG Metall und Verdi haben ihre Zuständigkeiten und damit die Geltungsbereiche für Tarifverträge für die Beschäftigten in der Kontraktlogistik geregelt. In Mischbetrieben funktioniert die klare Abgrenzung aber anscheinend mitunter nur auf dem Papier. Es mehren sich Gerüchte, wonach die Dienstleistungsgesellschaft – bisher von Haus aus für Mitarbeiter in der Kontraktlogistik zuständig – in der Automobillogistik im Zweifel den Kürzeren zieht und die Beschäftigten dort angesichts der Aussicht auf höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten reihenweise zur Konkurrenz abwandern.

Hartwig Erb, erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg erklärte am Montag anlässlich des Tarifabschlusses bei Imperial: „Die Branche ist in Bewegung.“ Die Gewerkschaft halte weiterhin an der Strategie fest, die Logistikunternehmen, die für Volkswagen tätig sind, zu organisieren. Am vergangenen Samstag wählten bereits 40 IG-Metall-Mitglieder aus der Belegschaft von Rudolph Logistik ihre Tarifkommission. Damit starte das dritte Logistikunternehmen aus Wolfsburg in die Tarifrunde. (ag)

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