03.06.2010 |

IATA: Luftfahrtbranche setzt auf Erholung in zwei Jahren

Berlin. Die internationale Luftfahrt spürt nach herben Einbußen im Krisenjahr 2009 eine deutliche Belebung. Die Branche dürfte sich schneller als erwartet in zwei Jahren wieder erholen, sagte Giovanni Bisignani, Generaldirektor des Weltluftfahrtverbands IATA, am Donnerstag in Berlin. In Asien und Nordamerika sei ein kräftiger Aufwind zu spüren, da dort die Konjunktur stärker anziehe.

Europa hänge dagegen hinterher. Neben den Behinderungen wegen der Vulkanaschewolke aus Island trage dazu auch mangelnde politische Koordination bei. Die IATA, Vereinigung von 230 Fluggesellschaften, trifft sich an diesem Montag zu ihrer Jahresversammlung in Berlin.

"Der Trend zu starkem Verkehrswachstum, der vor dem Ausbruch des isländischen Vulkans zu beobachten war, lässt uns positiver in die Zukunft blicken", erklärte Bisignani. Es sei "Zeit für vorsichtigen Optimismus". Im vergangenen Jahr habe die Branche wegen der globalen Konjunkturflaute Umsatzeinbußen von 80 Milliarden US-Dollar (rund 65 Milliarden Euro) erlitten.

Neben einer Erholung der Passagierzahlen und bei der Fracht müsse es darum gehen, auf einen profitablen Wachstumspfad zurückzukehren. Der IATA-Chef machte deutlich, dass damit vorerst kaum zu rechnen sei. Den für 2010 zu erwartenden Branchenverlust hat der Verband aber bereits auf rund zwei Milliarden Euro halbiert. An diesem Montag soll in Berlin eine aktualisierte Prognose vorgestellt werden.

In Europa werde die Erholung auch von der Krise in der Euro-Zone gebremst. Zudem sei die politische Koordinierung nicht effektiv, wie sich an den tagelangen Luftraumsperrungen nach dem Vulkanausbruch in Island gezeigt habe. Die Regierungen und die Europäische Kommission hätten in dieser Situation "nicht verstanden, was passiert ist."

Bei der IATA-Jahresversammlung, die erstmals seit 1985 wieder in Deutschland ist, stehen weitere Branchenthemen zur Debatte. Für grenzüberschreitende Fusionen von Fluggesellschaften gebe es nach wie vor zu viele Hürden, beklagte Bisignani. Diskutiert werden soll zudem über die Zusammenarbeit mit Flughäfen, Sicherheitsbestimmungen und den Klimaschutz. Zu dem wichtigsten Airline-Treffen werden rund 600 Führungskräfte erwartet. Gastgeberin ist die Deutsche Lufthansa. (dpa)

 
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