14.11.2008 | Transport + Logistik

HHLA: Zielvorgaben für 2008 wurden bislang erreicht

HHLA

Hamburg. „Wir haben unsere anspruchsvollen Umsatz- und Ergebnisziele voll erreicht.“ So fasst Klaus-Dieter Peters, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), das Abschneiden des Marktführers für die ersten neun Monate im Elbe-Hafen zusammen. Der bis Ende September erwirtschaftete Umsatz liegt mit rund 1,005 Milliarden Euro um gut 15,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Als Ergebnis (Ebit) weist der börsennotierte Hafen- und Logistik-Konzern rund 288,6 Millionen Euro aus, ein Zuwachs von gut 31,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Die Umschlagsleistung auf den von der HHLA bewirtschafteten Terminals – der Schwerpunkt liegt weiter in Hamburg – liegt mit rund 5,7 Millionen Standardcontainer (TEU) um 4,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Erfolgreich entwickelte sich auch die Sparte Intermodal. Mit ihren unterschiedlichen Containerganzzug-Produkten wickelte der Konzern rund 1,4 Millionen TEU ab (plus 14 Prozent). Für 2008 als Ganzes bestätigte Peters, dass der Konzern das auf der Bilanzpressekonferenz im März diesen Jahres in Aussicht gestellte Ziel, beim Umsatz zweistellig zu wachsen, erreichen werde. Dies heißt, dass rund 1,3 Milliarden Euro nach 1,18 Milliarden Euro im Jahr 2007 erreicht wurden. Das Ebit werde sich laut Peters im „Zielkorrdior“ von 320 bis 350 Millionen Euro bewegen. 2007 lag es bei 288 Millionen Euro.

Die „anhaltend positive Entwicklung“ des Unternehmens als Ganzes führt der Vorstandschef auf eine Reihe von Gründen zurück. So gelang es, die Dienstleistungstiefe zu vergrößern und damit mehr Wertschöpfung zu erzielen. Zudem konnten zum Beispiel auf den Terminals weitere Produktivitätsverbesserungen umgesetzt werden. Der Konzern verfolgt mit großem Nachdruck den Ausbau seiner Terminals im Hamburger Hafen. So konnten im Hochsommer fünf neue Containerbrücken für den neuen Liegeplatz 2 am Containerterminal Burchardkai (CTB) empfangen und aufgebaut werden. Sie werden in wenigen Wochen operativ sein. Unter Volldampf erfolgt auch der Ausbau des Container Terminals Tollerort (CTT), der seit Jahresmitte bereits über einen neuen Terminal Schiene/Straße verfügt.

Bei der Einschätzung der Geschäftsentwicklung für 2009 hält sich Vorstandschef Klaus-Dieter Peters sehr bedeckt. Er verweist dabei auf „die aktuelle, tiefgreifende Krise“ in der Weltwirtschaft. „Große Unsicherheiten“ seien zu verspüren. Mittel- und längerfristig böten sich „positive Wachstumsaussichten“, ist Peters überzeugt.

Der Kurs der HHLA-Aktie, die seit dem 2.November 2007 an den Börsen verhandelt wird, erlebte in den zurückliegenden zwölf Monaten ein Auf und Ab. Mit 53 Euro eingeführt und zeitweise deutlich über 60 Euro liegend, hat sich der aktuelle Kurs inzwischen weit von den Spitzenwerten entfernt. Mit dem 13.November lag der Kurs bei rund 24 Euro. Noch Ende März diesen Jahres, als das Papier in den M-Dax aufgenommen wurde, stellten Analysten verschiedener Bankhäuser Kursziele von deutlich über 70 Euro in Aussicht. Begründet wurden diese Einschätzungen unter anderem mit der guten Wettbewerbsposition des Hamburger Hafens in der europäischen Nordwestrange.

Tatsache ist, dass der Hamburger Hafen in den zurückliegenden Wochen mit voller Wucht von der Konjunkturabschwächung und den Folgen der Finanzkrise getroffen wurde. Bis Ende September lag das Containermengenwachstum auf TEU-Basis im Hamburger Hafen bei knapp einem Prozent. Damit nimmt der Hafen in der Nordwestrange – bei den Wachstumsraten – einen nachgeordneten Platz ein.

Mit einiger Sorge verfolgt die Hamburger Hafenwirtschaft, dass wichtige Hafenprojekte nur schleppend vorankommen. So wird die Elb-Fahrrinnenanpassung – wenn alles gut verläuft – frühestens Ende 2009 in Angriff genommen werden können. Die Maßnahmen sind auf gut zwei Jahre veranschlagt. Fesrt steht: Der Fortgang in Sachen Elbvertiefung dürfte bei der Entwicklung des Kurses der HHLA-Papiere eine wichtige Rolle spielen.

Völlig unklar ist, wie das Projekt einer weiteren Hafenquerspange vorankommt, während die Verkehrsengpässe im Hafen immer akuter werden. Auch bei den bahnseitigen Hinterlandanbindungen wird der Handlungsdruck immer akuter. Immerhin: Das Schicksal des Freihafens ist besiegelt. Noch in diesem Jahr will der schwarz-grüne Senat über die vollständige Aufhebung der Freizone oder deren Verkleinerung entscheiden. (eha)

 
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