HHLA sieht keinen schnellen Weg aus der Flaute

13.08.2009 16:40 Uhr

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA hat im ersten Halbjahr wegen der Flaute des Welthandels tiefe Einbrüche verzeichnet

Frankfurt. Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA hat im ersten Halbjahr wegen der Flaute des Welthandels tiefe Einbrüche verzeichnet. Zwar habe sich zuletzt das Transport- und Umschlagaufkommen auf niedrigem Niveau stabilisiert, eindeutige Belege für eine nachhaltige Erholung gebe es aber noch nicht, teilte das im M-Dax notierte Unternehmen am Donnerstag mit. Erst für 2010 erhofft sich die HHLA eine moderate Erholung des Welthandels und damit eine Rückkehr des Containergeschäfts von günstigeren Häfen. An der Börse fiel der Aktienkurs im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 29,22 Euro. Die HHLA steuert der Krise mit Einsparungen entgegen und fuhr damit erste Erfolge ein. So gelang es im ersten Halbjahr, den Materialaufwand stark zu senken. 2009 will die HHLA trotz des hohen Fixkostenanteils im operativen Geschäft 160 bis 180 Millionen Euro einsparen. Zusätzlich zur bereits stark reduzierten Beschäftigung von Fremdfirmen sollen 2 000 Mitarbeiter ganz oder teilweise in Kurzarbeit gehen. Insgesamt ergibt sich im zweiten Halbjahr daraus eine Verringerung des Arbeitsvolumens um 20 Prozent. Auch die Investitionen wurden angesichts des starken Mengeneinbruchs weiter gestreckt und für das Gesamtjahr von 280 auf 220 Millionen Euro verringert. Die Hamburger erwarten 2009 einen prozentual zweistelligen Mengenrückgang. Das Containergeschäft wird laut HHLA weiter schrumpfen. Dies bedeutet auch für den Zugtransport (Intermodal) weitere Einbrüche. Über die Umschlag- und Transportflaute hinaus leidet die HHLA unter kürzeren Container-Standzeiten und damit sinkenden Lagergelderlösen. Für das Segment Logistik rechnet die HHLA dank unterschiedlicher Entwicklung der Einzelmärkte mit einem weniger beeinträchtigten Geschäftsverlauf. Dazu werden in erster Linie die Hafenberatung und der Massengutumschlag von Kohle beitragen. Zwischen Januar und Juni blieb die HHLA leicht unter den Erwartungen. Der Umsatz brach von 660 auf 501 Millionen Euro ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank von 192,5 auf 81,5 Millionen Euro. Der Überschuss nach Minderheiten schmolz von 89 auf 25,7 Millionen Euro. Gerade die Regionen Fernost sowie Mittel- und Osteuropa, welche in den vergangenen Jahren das Geschäft der HHLA getragen haben, verzeichneten gegenwärtig besonders starke Verluste. So brach der Zubringerverkehr der Hamburger Container Terminals auf dem Seeweg nach Russland, Polen und ins Baltikum um die Hälfte ein, der Fernostverkehr um ein knappes Drittel. (dpa/sv)

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