31.03.2009 |

HHLA plant Kurzarbeit und weniger Investitionen

Hamburg. Der Hamburger Hafenkonzern HHLA erwartet in diesem Jahr kräftige Einbrüche beim Containerumschlag. „Die Rückgänge bei Frachtumschlag und Transport dürften deutlich zweistellig ausfallen“, sagte Klaus-Dieter Peters, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hafen und Logistik AG, am Dienstag in Hamburg. Für 2009 rechnet der Vorstand daher mit weniger Umsatz und Gewinn, will aber weiter profitabel bleiben. Auf eine präzisere Prognose wollte sich Peters angesichts der Unwägbarkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Jahr nicht einlassen. „Es ist klar, dass 2009 ein schwieriges Jahr wird“, sagte er. Die HHLA werde es „vernünftig meistern“.

Um sich auf die rückläufige Umschlagentwicklung einzustellen, hat der Vorstand mehrere Maßnahmen eingeleitet. So sollen die Investitionen teilweise gestreckt werden, soweit sie dem Aufbau weiterer Kapazitäten dienen. „Wir investieren aber weiterhin in langfristiges Wachstum und die Steigerung unserer Effizienz, um künftige Wachstumschancen zu wahren“, erklärte der Vorstandschef. Es sei Konsens in der maritimen Wirtschaft, dass die fundamentalen Faktoren für ein weiteres Wachstum des Seeverkehrs sprechen. Die weltweiten Güterströme würden wieder zunehmen.

Betriebsbedingte Kündigungen seien für die rund 5000 Beschäftigten des Konzerns in diesem Jahr auszuschließen, sagte Peters. Zur Mitte des Jahres sei allerdings Kurzarbeit in einigen Bereichen geplant, über die zur Zeit noch verhandelt werde. Über natürliche Abgänge, den Abbau von Überstunden und andere flexible Instrumente werde die HHLA auch bei den Personalkosten Einsparungen erzielen und ihre Mitarbeiter weiter qualifizieren.

Die HHLA kann die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen kaum stimulieren sondern ist abhängig von den Entwicklungen auf den Gütermärkten. Daher leidet sie automatisch unter dem rückläufigen Welthandel. Die WTO sagt für dieses Jahr neun Prozent Minus voraus. Zudem ist die HHLA besonders aktiv in den Handelsverbindungen nach Fernost und Osteuropa, wo die Einbrüche noch ausgeprägter sind. Den größten Teil ihres Umsatzes erwirtschaftet die HHLA mit dem Containerumschlag sowie dem Weitertransport der Container ins Hinterland des Hamburger Hafens.

Das abgelaufene Jahr endete für den Hafenkonzern noch einmal mit Umsatz- und Ergebnisrekorden; die Dividende steigt von 85 Cent auf einen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um zwölf Prozent auf 1,33 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 23 Prozent auf 355 Millionen Euro. Nach Steuern verdiente der Konzern 218 Millionen Euro, das sind 43 Prozent mehr als im Vorjahr. (dpa)

 
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