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18.02.2013Transport + Logistik | Inland

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premiumHeftige Reaktionen auf Amazon-Bericht

Nach einem Fernsehbeitrag über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern in den Logistikzentren des Internethändlers Amazon reißt die Kritik nicht ab und Amazon zieht erste Konsequenzen.
Amazon Lager

Ein TV-Bericht prangert die Arbeitsbedingungen in den Amazon-Logistikzentren an

Foto: dapd/Harald Tittel

Frankfurt/Main. Nach einem Fernsehbericht des Hessischen Rundfunks in der ARD sieht sich Amazon heftiger Kritik ausgesetzt. Auf der Facebookseite des Internethändlers gingen tausende empörte Kommentare von Kunden ein. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat laut einem Bericht der Welt am Sonntag Aufklärung über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitskräften bei Amazon gefordert. Der Fernsehbericht „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ zeigt die unzumutbaren Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter in mehreren Amazon Logistikzentren während der Weihnachtssaison. Ausländische Arbeitskräfte sind laut dem TV-Beitrag, der teilweise mit versteckter Kamera aufgenommen wurde, unter schlimmen Bedingungen in überfüllten Unterkünften untergebracht. Amazon beschäftigt die meist ausländischen Arbeitskräfte nicht direkt sondern der Einsatz wird von Leiharbeitsfirmen organisiert. Der Lohn liegt mit 8,52 Euro brutto zwölf Prozent niedriger als bei Amazon üblich. So waren nach den Recherchen der Filmemacher in der Weihnachtssaison im Amazon Logistikzentrum Koblenz, das erst seit August vergangenen Jahres in Betrieb ist, von 3300 Mitarbeitern nur 200 Mitarbeiter bei Amazon direkt beschäftigt. Ähnlich war die Situation offenbar auch an den anderen sechs deutschen Logistik-Standorten. In Augsburg waren von 5038 Mitarbeitern während des Weihnachtsgeschäfts nur 1038 fest angestellt.

Rechtsradikale Aufpasser in Massenunterkünften

Zudem berichtete ARD über eine Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.) aus Kassel mit rechtsradikalem Hintergrund, die zur Bewachung der Arbeiter in den Unterkünften für das Logistikzentrum Bad Hersfeld eingesetzt waren. Laut einem Bericht von Süddeutsche Online hat Amazon inzwischen reagiert und die Zusammenarbeit mit H.E.S.S. beendet. „Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung - und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten“, zitiert der Onlinedienst eine Stellungnahme des Internethändlers. (diwi)

Der Bericht „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ ist in der Mediathek der ARD zu sehen.

Mehr zum Thema: Amazon, Leiharbeit

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