Hamburg/München. Die Chancen für eine „deutsche Lösung“ bei der derzeit zum Verkauf stehenden TUI-Tochter Hapag-Lloyd stehen schlecht. Das meint zumindest die Süddeutsche Zeitung (SZ). In der aktuellen Donnerstagsausgabe berichtet die Münchner Zeitung, dass die konkurrierende singapurische Reederei Neptune Orient Lines (NOL) deutlich mehr Geld auf den Tisch legen wird als das Hamburger-Bieterkonsortium um Kühne & Nagel-Chef Klaus Michael Kühne.
NOL hat laut SZ während der Buchprüfung (Due Diligence) ganz gezielt die Synergieeffekte einer Integration untersucht. Diese Synergien kann das Hamburger Konsortium nicht geltend machen. Außerdem ergibt sich durch den gestiegenen Dollarkurs ein Vorteil für NOL von derzeit 300 Millionen Euro gegenüber den Hamburgern. Bis Ende des Monats erwarte TUI die verbindlichen Angebote.
Bei einer Übernahme durch NOL erwarten Experten einen deutlichen Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland bei Hapag Lloyd. Ein Gewinn habe NOL laut SZ auf jeden Fall schon erzielen können. Durch die Einsicht in die Hapag-Lloyd-Bücher kenne Wettbewerber NOL nun eine Reihe von Geschäftsgeheimnissen, die als Basis des Erfolgs der Hamburger Reederei gelten. (ak)