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Dunkle Wolken über dem Hamburger Hafen: Fehlender Umschlag bedroht Arbeitsplätze

Luft- & Seefracht

Hamburgs Schiffsmakler bangen um ihre Jobs

Hamburg. Die hohen Umschlagmengenverluste des Hamburger Hafens im laufenden Jahr, aber auch die immer noch anhaltende Krise in der Weltschifffahrt treffen jetzt auch die Hamburger Schiffsmakler und -agenten. Das räumte Klaus Bültjer, Geschäftsführer der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. (VHSS), gegenüber der VerkehrsRundschau ein.

„Zwischen 10 bis 20 Prozent der Arbeitsplätze sind aufgrund der Krise und des damit verbundenen Wegfalls von Ladung im Hafen bei den Agenturen der Linienschifffahrt gefährdet“, sagte Bültjer. Nach groben Schätzungen sind bei den rund 60 Hamburger Linien-Schifffahrts-Agenturen derzeit rund 1800 Mitarbeiter tätig. Bültjer weiter: „In meinen knapp 30 Berufsjahren habe ich eine solche Situation in unserer Branche noch nicht mitgemacht und das, obwohl es in diesem Zeitraum natürlich mehrere Krisen in der Schifffahrt gegeben hatte.“ Noch bis in die erste Hälfte 2008 hinein hatte die Branche auch den erheblichen Mangel an Fachpersonal beklagt.

Eine Begleiterscheinung dieser Entwicklung könnte auch sein, dass die Firmen in Zukunft weniger ausbilden, weil sie nicht mehr so viele Mitarbeiter benötigen. Besonders schwer wiegt jetzt, dass die Krise für den Hamburger Hafen auf einen Schlag zu einem so hohen Ladungsmengenverlust geführt hat. In Hamburg werden im Jahr rund 600 junge Menschen im Berufsbild Schifffahrtskaufmann ausgebildet.

In der Hafenwirtschaft an der Elbe geht man davon aus, dass es einige Jahre kosten wird, um wieder zu Umschlagergebnissen vor dem Ausbruch der Krise im Herbst 2008 zu kommen. Aktuelle Schätzungen gehen dahin, dass der Containerumschlag im Elbe-Hafen bis Jahresende bei 7,5 bis acht Millionen Standardcontainer (TEU) liegen könnte. 2008 waren es rund 9,9 Millionen TEU.

Immerhin: Bislang hat es unter den Hamburger Schiffsagenten und -maklern – der VHSS zählt rund 180 Mitgliedsbetriebe – noch keinen Firmenzusammenbruch gegeben. Bültjer: „Ein Betrieb musste vier Auszubildende entlassen, doch die konnten alle schnell bei anderen Firmen untergebracht werden, so dass sie ihre Ausbildung fortsetzen können.“

Während in der Linienschifffahrt Entlassungen ein Thema wird, sieht es bei den Befrachtungs-Agenten anders aus. Bültjer: „Hier wird wirklich jede Hand gebraucht. Und wirklich gute Befrachter sind weiterhin gefragte Fachkräfte.“

Übrigens: Ungeachtet der Krise wird es auch in diesem Jahr wieder das Eisbeinessen der Hamburger Schiffsmakler geben, das seit 1948 ununterbrochen in der Elb-Metropole stattfindet. In diesem Jahr fällt die Veranstaltung auf den 6.November. Partnerland in diesem Jahr ist Norwegen. Bültjer: „Wir werden auch in diesem Jahr wieder über 5000 Besucher aus aller Welt hier begrüßen können. Die Firmen sind davon überzeugt, dass es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten umso wichtiger ist, persönliche und geschäftliche Kontakte zu pflegen und neue anzubahnen.“ (eha)

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