26.08.2010 |

Hamburgs neuer Hafensenator sucht Investoren

Hamburg. Hamburgs neuer Wirtschafts- und Hafensenator Ian Karan (parteilos) will sich an erster Stelle um den Hafen kümmern und um ausländische Investitionen in den Schiffbau werben. „Zuallererst der Hafen, das ist das Herzstück", beschrieb Karan am Donnerstag bei der Amtsübergabe von Ex-Senator Axel Gedaschko (CDU) die Schwerpunkte seiner neuen Arbeit. Außerdem wolle er die Hansestadt als Schifffahrtsstandort noch bekannter machen und ausländische Banken nach Hamburg locken. „Ich denke da an große chinesische Banken, die eine sehr hohe Liquidität haben und vielleicht Interesse haben, in die Schifffahrt zu investieren." Karan war am Mittwoch nach der Wahl von Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) vereidigt worden.

Karan kündigte an, auch die umstrittene Elbvertiefung weiter voranzutreiben. Da habe sein Vorgänger bereits gute Arbeit geleistet. „Ich werde daran anknüpfen und weiter am Ball bleiben." Karan wies aber darauf hin, dass Hamburg nicht alleine entscheiden könne, sondern auch viel vom Bund abhänge. „Aber ich denke, dass wir gute Rückendeckung in Berlin haben werden."

Der 71-jährige Karan, Einwanderer aus Sri Lanka, bezeichnete seine Ernennung zum Senator als ein großes Signal für die Integration von Migranten. Mit Blick auf alle Einwanderer betonte er jedoch: „Es liegt auch an uns, dass wir uns einbringen. Wir müssen die Sprache lernen, wir müssen uns in die Gesellschaft reinfinden, wir müssen die Sitten und die Art hier zu leben akzeptieren." Immigranten dürften nicht Zaungäste bleiben. „Wir müssen mittendrin sein."

Kritik von der Gewerkschaft

Hamburgs Verdi-Chef Wolfgang Rose fordert Bürgermeister Ahlhaus auf, sich weniger um seinen nächsten Wahlkampf und mehr um die Wirtschaftskrise zu kümmern, „denn der zuständige Senator (Karan) ist damit überfordert". Der neue Bürgermeister werde persönlich daran gemessen werden, was er in Hamburg gegen die soziale Spaltung tue und was er für neue sozialversicherungspflichtige Jobs, mehr Kaufkraft, gerechte Vermögensverteilung, Abbau des Niedriglohnsektors und einen Mindestlohn unternehme, sagte Rose.

„Ich erwarte, dass der Senat endlich mehr und besser mit den Gewerkschaften zusammenarbeitet als bisher. Eine Regierung, die nur mit der Handelskammer kungelt, verliert die Mehrheit der Menschen aus dem Blick", kritisierte Rose. Generell verlangte der Gewerkschaftschef mehr Anstrengungen zur Integration von Langzeitarbeitslosen, eine beschäftigungsorientierte Wirtschafts- und Hafenpolitik und eine Bundesratsinitiative für einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde. (dpa) 

 
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26.08.2010Artikelinformationen

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