23.02.2010 |

Hamburger Hafen soll auf Industrie und Innovation setzen

Hamburg. Der Hamburger Hafen feilt nach dem schweren Rückschlag des vergangenen Jahres an einer neuen Wachstumsstrategie. Ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey mache deutlich, dass der Hafen auch künftig hohe Wachstumspotenziale besitze, sagte Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) am Dienstag in Hamburg. Dazu müssten die richtigen strategischen Schritte ergriffen werden. Der Hafen hatte im vergangenen Jahr nicht nur 28 Prozent seines Containerumschlags verloren, sondern war auch im Vergleich zu den Konkurrenzhäfen zurückgefallen und rangiert unter den europäischen Containerhäfen nur noch auf Rang drei.

Die McKinsey-Studie schlägt nun vor, den Hafen aktiver auf die Wachstumsregionen China und Osteuropa auszurichten, sowie Indien und Brasilien. Das waren allerdings auch in der Vergangenheit schon die wesentlichen Wachstumstreiber für den Hamburger Hafen. Außerdem raten die Unternehmensberater zu einer Steigerung der Effizienz entlang der gesamten Logistikkette. Damit könne Hamburg einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu den anderen großen Häfen Nordwesteuropas erreichen und neue Spieler aus der Schifffahrtsbranche an den Hamburger Hafen binden.

Außerdem solle der Hafen zum Innovationstreiber bei Umweltverträglichkeit, Sicherheit und IT-Integration werden, heißt es in den ersten Ergebnissen des Gutachtens weiter. Weitere Warenströme könnten an Hamburg gebunden werden, wenn es gelinge, traditionelle und zukunftsträchtige Industrien im Hafengebiet anzusiedeln, die von der Nähe zur Wasserkante profitieren. Diese Kernaussagen sollen nun in konkrete Handlungsmöglichkeiten umgesetzt werden. „Wir nehmen die Krise als Chance, entscheidende Weichen für die Zukunft zu stellen“, sagte der Chef der Hamburg Port Authority, Jens Meier. „Der Hamburger Hafen kann die verlorenen Marktanteile wieder zurückgewinnen, wenn er sich als industrieverbundener Universalhafen mit Containerfokus positioniert.“ (dpa)

 
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