12.03.2009 |

Hafen Lübeck investiert in den Skandinavienkai

Lübeck. Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) nutzt die konjunkturbedingte Atempause, um Hafen- und Umschlagfläche zu ertüchtigen. Für rund vier Millionen Euro sollen bislang unvorteilhaft genutzte Flächen mit einem Umfang von vier Hektar zum Abstellen von LKW und Trailer innerhalb des Skandinanvienkai in Lübeck-Travemünde optimiert werden: Nach Abschluss der Flächenrestrukturierung Anfang 2010 werden dann auf dem umschlagstärksten Fährterminal zusätzliche LKW- und Trailer-Stellplätze zur Verfügung stehen. Künftig können in diesem Teil des weitläufigen Terminals 350 Trailer statt bislang 200 Auflieger abgestellt werden.

Noch vor einigen Wochen hatte LHG-Geschäftsführer Heinrich Beckmann unter dem Eindruck der auch den Lübecker Hafen erreichenden Wirtschaftskrise erklärt, dass alle Investitionsvorhaben angesichts eines schwierigen Marktumfeldes noch einmal auf den Prüfstand kämen. Sehr wohl sollten „alle sinnvollen und notwendigen Investitionen und Ausbaumaßnahmen für die Zukunft“ des Unternehmens durchgeführt werden. „Es handelt sich bei diesen so genannten „Vorstauflächen“ um sehr attraktive Plätze, weil sie sich in direkter Nähe zu den Fähranlegern befinden“, erklärte LHG-Sprecher Rolf Klein gegenüber der VerkehrsRundschau.

Der geldwerte Nutzen dieser Investition beziehe eine Zeitersparnis bei der Be- und Entladung der Schiffe ebenso ein wie eine Senkung der Betriebskosten, weil zum Beispiel die LHG-eigenen Trailer-Zugmaschinen kürzere Fahrwege zurückzulegen haben –damit unterm Strich weniger Kraftstoff verbrauchen und einem geringeren Verschleiß unterliegen.

Die Finanzierung des jetzt in Angriff genommenen Bauvorhabens erfolgt zunächst durch die Lübeck Port Authority (LPA). Die LHG wird die Maßnahme refinanzieren. Das Land Schleswig-Holstein bezuschusst das Projekt mit rund 1,6 Millionen Euro an Fördergeldern.

Die LHG ist der mit Abstand bedeutendste Terminalbetreiber in Lübeck. 2008 wurde an den verschiedenen Standorten rund 31,74 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das entsprach einem Rückgang um 2,7 Prozent (900.000 Tonnen) als 2007 (32,6 Millionen). Auf die Anlagen der LHG entfielen im Berichtsjahr 28,50 Millionen (minus 2,5 Prozent).

Der umschlagstärkste LHG- Terminal war auch 2008 der Skandinavienkai, auf den 21,5 Millionen Tonnen entfielen. Die weitere Rangliste weist den Nordlandkai mit 3,2 Millionen Tonnen, den Terminal Schlutup mit 1,7 Millionen Tonnen, den Seelandkai mit 1,5 Millionen Tonnen sowie den Konstinkai mit knapp 600.000 Tonnen aus.

Die Lübeck Port Authority (LPA) besteht seit dem 1.Januar 2008. Seitdem sind alle städtischen Hafenzuständigkeiten der Hansestadt Lübeck unter dem Dach LPA zusammengeführt worden. Lübeck folgte damit entsprechenden Entwicklungen in Hamburg mit der Hamburg Port Authority beziehungsweise Bremen mit Bremenports. (eha)

 
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