03.09.2009 |

Hafen Hamburg: Planfeststellung für Westerweiterung beginnt

Hamburg. Eines der zentralen Ausbauvorhaben im Hamburger Hafen soll trotz allem Krisengerede in Angriff genommen werden. Die Rede ist von der sogenannten Westerweiterung im Bereich des Hafenbeckens Waltershofer Hafen. Hinter dem Begriff steht der Neubau eines weiteren Containerterminals durch die Hamburg-Bremer Eurogate-Gruppe.

„Es ist gerade jetzt wichtig, zu handeln, um gestärkt und bestens aufgestellt in die kommende Konjunkturphase starten zu können“, erklärte Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), jetzt in Hamburg. Seit dem 2. September liegen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren für das Großvorhaben öffentlich aus. Auch Hamburgs Hafensenator Axel Gedaschko freute sich über das „positive Signal“ für den Arbeitsmarkt sowie das klare Bekenntnis des Investors Eurogate-Gruppe zum Standort Hamburg. Immerhin wurde das Unternehmen in Folge der Weltwirtschaftskrise schwer getroffen – vor allem an ihren deutschen Containerterminal-Standorten. Für das Erweiterungsvorhaben, das direkt an die vorhandene Kaistrecke anschließt, will das Unternehmen bis zu 250 Millionen Euro investieren. Deutlich höher, nämlich bei 400 Millionen Euro, fällt der Anteil der HPA beziehungsweise der Stadt Hamburg aus.

Wie andere Hamburger Großvorhaben – vom Projekt „Mittlerer Freihafen“, über die „Hafenquerspange“ bis hin zur Elb-Vertiefung – hinkt aber auch das Projekt Westerweiterung deutlich hinter seinem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Das mag ein Grund dafür sein, weshalb man sich zum Beispiel bei der HPA bei diesem Thema in den zurückliegenden Wochen bei entsprechenden Anfragen über den Fortgangs immer wieder vornehm zurückgehalten hatte. Von Eurogate ist indes bekannt, das man sich im Management über den Zeitverlust, vor allem aber über den Hamburger Senat, erheblich geärgert hat. Somit erschien über die Bekanntgabe der Auslegung der Planfeststellungsunterlagen lediglich eine Pressemitteilung statt einer großen Pressekonferenz.

Eurogate will zusätzliche Umschlagkapazitäten schaffen

Ein Rückblick: Am 24. Mai 2007 stellte Hamburgs damaliger Hafen- und Wirtschaftssenator Gunar Uldall (CDU) in der Hamburger Eurogate-Zentrale das Vorhaben mit den Worten vor: „Das ist ein Tag, an dem das Herz eines Hamburgers höher schlägt.“ Der Zeitplan, den Uldall damals öffentlich skizzierte, sah die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens im Frühjahr 2008, die Verlagerung der noch vor Ort ansässigen Firmen im Laufe desselben Jahres, die Baudurchführung der Infrastruktur im Zeitraum 2009 bis 2010 und die stufenweise Fertigstellung des neuen Terminals ab 2012. Bis spätestens 2014 sollten die zustätzlichen Umschlagkapazitäten von zwei Millionen Standardcontainern (TEU) dann zur Verfügung stehen. Damit hätte Eurogate in Hamburg rechnerisch Kapazitäten für sechs Millionen TEU. Aus der jetzt veröffentlichten Pressemitteilung werden jedoch keine Details zur voraussichtlichen Inbetriebnahme des neuen Terminalabschnitts genannt.

Die geplante Eurogate-Westerweiterung wird Hamburgs Landkarte in jedem Fall deutlich verändern. So wird ein komplettes Hafenbecken – der Petroleumhafen – zugefüllt. Größere Landmassen müssen abgetragen werden, um unter anderem Platz zu schaffen für den geplanten, größeren „Drehkreis“ (künftig 600 Meter Durchmesser) für Großcontainerschiffe. Nach der Neuordnung wird der neue Terminalteil, der der gesamten Eurogate-Anlage aus der Vogelperspektive das Aussehen einer Art rechten Winkels geben. Herzstück der Anlage wird eine rund ein Kilometer lange Kaimauer sein, die Platz für bis zu zwei Großcontainerschiffe sowie ein Feederschiff bieten wird. Die Terminalgesamtfläche wird bei 38 Hektar liegen. Bis zu 250 neue Jobs sollen dank der Westerweiterung entstehen. (eha)

 
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