15.12.2008 |
Hafen Hamburg: Für den Eisenbahnverkehr kommt eine neue Brücke
Hamburg. Der Hamburger Hafen soll eine neue Eisenbahnbrücke bekommen. Das kündigte Hafen- und Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) am Montag am Rande der Wiederinbetriebnahme der Kattwyk-Hubbrücke an. Diese war Ende Januar nach einem gravierenden Lagerschaden an einer ihrer insgesamt vier Seiltrommeln vollständig für den Straßen- und Schienengüterverkehr ausgefallen. Der Schiffsverkehr konnte die Brücke, deren Mittelteil in die Höhenendposition gefahren und verankert wurde, ungehindert passieren.
Die neue, am Südrand des Hafens geplante Eisenbahnbrücke soll einen wichtigen Beitrag zur Entzerrung des aus Süden kommenden beziehungsweise in Richtung Süden rollenden Schienengüterverkehrs leisten. Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), ergänzte, dass die neue Eisenbahnbrücke so rechtzeitig fertig gestellt werden soll, „bevor die „alte Dame“ Kattwykbrücke die Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur des Hafens einschränkt“. Zur Erinnerung: Bis zum Jahr 2015 rechnet der Hamburger Hafen mit einer Zunahme des Eisenbahngüterverkehrs auf mehr als 400 Zugbewegungen pro Tag. Das entspricht praktisch einer Verdoppelung gegenüber heute.
Mit der Wiederinbetriebnahme der Kattwyk-Hubbrücke, die weiterhin die weltweit größte ihrer Art ist, steht für den südlichen Hafenrand wieder eine wichtige Verkehrsverbindung über die Elbe (Süderelbe) offen. Bis zu ihrem Totalausfall im Januar rollten täglich rund 10.000 Fahrzeuge über die Brücke, davon allein 3000 LKW. Hinzu kamen noch einmal 40 Güterzüge. Darunter waren auch schwerste Eisenerzzüge. Die Wiederinbetriebnahme zog sich auch deshalb so lange hin, weil nicht nur die defekte Seiltrommel neu gebaut werden musste, sondern weil die HPA aus Sicherheitsgründen entschieden hatte, alle vier Trommeln neu und die ergänzende Technik neu fertigen zu lassen. Die Kosten betragen rund 2,4 Millionen Euro. Meier kündigte an, dass die 1973 in Betrieb genommene Brücke in Zukunft in wesentlich kürzeren Zeitabständen untersucht werden soll, um mögliche neue technische Mängel frühzeitigst zu entdecken.
Neben dieser Brücke kümmert sich die HPA auch um weitere, für den Verkehrsfluss im Hafen wichtige Brücken. Meier kündigte an, dass die aus den 1930er Jahren stammende Rethehubbrücke wie geplant bis 2012 durch einen Neubau ersetzt werden soll. Es werde sich dann allerdings um eine Klappbrücke handeln, die parallel zu der altersschwachen Hubbrücken-Konstruktion entstehen soll. „Nächstes Jahr soll für diese neue Brücke der Baubeginn sein“, so Meier. (eha)
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