Antwerpen. Die Antwerpener Hafenwirtschaft freut sich und ist erleichtert. Freitagnachmittag wurde im Beisein des flämischen Ministerpräsidenten Kris Peters das Startzeichen für die Fortsetzung der Vertiefungsarbeiten an der Schelde vorgenommen. Die Maßnahme wurde aufgrund der Klagen von Umweltschutzorganisationen im Sommer 2009 durch das höchstes niederländische Verwaltungsgericht („Raad van State“) gestoppt worden, was damals einen wahren Proteststurm in Antwerpen und Belgien auslöste. Denn die beiden Nachbarn hatten die weitere Fahrrinnenvertiefung erst wenige Jahre zuvor mittels eines Staatsvertrages besiegelt. Die niederländischen Richter kamen zum Zuge, weil die Schelde mehrheitlich auf niederländischem Staatsgebiet verläuft. Auf belgischem Hoheitsgebiet waren die Vertiefungsmaßnahmen bereits abgeschlossen worden. Mitte Januar diesen Jahres Jahres verwarfen die Richter schließlich die Klagen. Die Kosten von rund 100 Millionen Euro entfallen vollständig auf das belgische Bundesland Flandern. Nach Abschluss der Vertiefung sollen Frachter mit einem Tiefgang von 13,50 Meter tidenunabhängig den zweitgrößten europäischen Seehafen ansteuern beziehungsweise verlassen können. Aus Sicht des Städtischen Hafenbetriebs Antwerpen (SHA) sowie der privaten Hafenwirtschaft ist der Fahrrinnenvertiefung eine der entscheidenden Voraussetzungen dafür, dass der Schelde-Hafen seine Position als Nummer zwei in Europa festigen und weiter ausbauen kann. (eha)
Hafen Antwerpen: Startschuss für weitere Scheldevertiefung
Arbeiten sollen in spätestens zwei Jahren abgeschlossen sein – Baukosten liegen bei rund 100 Millionen Euro