23.08.2010 |

Hafen Amsterdam: Weltwirtschaftskrise ist weiterhin spürbar

Amsterdam. Der Amsterdamer Hafen hat die Folgen der Weltwirtschaftskrise noch nicht ganz überwunden. Der Umschlag verringerte sich im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um gut 7,1 Prozent auf 35,5 Millionen Tonnen, teilte jetzt der Städtische Hafenbetrieb Amsterdam (SHA) mit. Die Hafengruppe Amsterdam, zu der darüber hinaus noch die Häfen Ijmuiden, Beverwijk und Zaanstad gehören, konnte in den ersten sechs Monaten hingegen unterm Strich mit einem Plus von 4,2 Prozent abschneiden. Insgesamt gingen in den vier Häfen, von denen Amsterdam der mit Abstand bedeutendste ist, im 1.Halbjahr rund 44,7 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten.

In Amsterdam blieb vor allem der Umschlag von Kohlen, die für die Energiewirtschaft, und hier vornehmlich aus Deutschland, benötigt werden, hinter den Erwartungen zurück. Das Minus liegt bei gut 15 Prozent in den ersten sechs Monaten. Auch bei Ölerzeugnissen musste Amsterdam einen Dämpfer hinnehmen. Die Umschlagmenge liegt um etwa acht Prozent unter der des Vorjahres. Ein Grund dafür ist der geringere Umschlag von Benzin als Folge „geschrumpfter Margen". Im Amsterdamer Hafen wurden entstanden in den zurückliegenden Jahren zahlreiche neue Großtanklager. Damit reagierten die Unternehmen auf die wachsende Rolle Amsterdams als internationaler Handels-, Vorrats- und Verteiler-Knotenpunkt.

Einen wahren Einbruch erlebte Amsterdam beim Containerumschlag, nachdem seit Jahresbeginn kein interkontinentaler Container-Linienverkehr mehr von und nach Amsterdam existiert. Der Containerumschlag lag um 57 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Ro/Ro-Umschlag verbesserte sich hingegen um 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für das Gesamtjahr geht der SHA für Amsterdam unterm Strich von einem Gesamtumschlag aus, der in einem Spektrum von zwei bis vier Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Das zweite Halbjahr werde hoffentlich besser ausfallen, so die Hoffnung beim SHA. Zur Erinnerung: 2009 hatte Amsterdam rund 73 Millionen Tonnen umgeschlagen, etwa drei Prozent weniger als 2008. In den kommenden Jahren will der Hafen der niederländischen Hauptstadt „nachhaltig" wachsen. Ein zentrales Ziel besteht darin, die „Loco"-Quote weiter zu erhöhen, um mehr Wertschöpfung und damit auch mehr Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen.

Ijmuiden, direkt am Ein- beziehungsweise Ausgang des Nordseekanals gelegen, profitierte von der spürbaren Wiederbelebung der weltweiten Stahlnachfrage. Rund 1,8 Millionen Tonnen mehr wurden nur in diesem Hafen in den ersten sechs Monaten umgeschlagen. Der Umschlag in Beverwijk verharrte auf dem Vorjahresstand, während er in Zaanstad um 32 Prozent verlor. (eha) 

 
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