14.12.2009 | Transport + Logistik

Güterverkehr: Grube dementiert "Kahlschlag"

Dessau-Roßlau. Die Deutsche Bahn hat im Güterverkehr nach Angaben von Konzernchef Rüdiger Grube keinen Kahlschlag in der Fläche geplant. „Aber wir müssen uns der Realität stellen, dass wir bedingt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise im Güterverkehr einen Rückgang von 25 Prozent bis Ende September 2009 im Vergleich zu September 2008 haben“, sagte Grube am Montag in Dessau-Roßlau. Das Ziel des Unternehmens sei es, 2010 schwarze Zahlen zu schreiben. „Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen“, sagte Grube mit Blick auf die Gütersparte. Zugleich kündigte er umfangreiche Investitionen zur Modernisierung der Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt an.

Grube verwies auf den Beschäftigungspakt für die Gütersparte, der bis Dezember 2010 gelte. Es sei das Ziel der Bahn, mit den Tarifpartnern über 2010 hinaus darüber zu verhandeln. „Es gibt keine Entscheidung, hier etwas zu schließen, schon gar nicht 2010“, sagte Grube. Die Gütersparte schreibe seit September wieder schwarze Zahlen. Ziel des Bahn-Konzerns sei es, 2010 wieder schwarze Zahlen zu schreiben. „Das Schicksalsjahr wird 2010 sein“, sagte der Bahn-Chef.

Der Betriebsrat hatte in der vergangenen Woche Befürchtungen geäußert, dass in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen bis zu 800 Stellen in der Gütersparte wegfallen könnten. Grube verwies auf umfangreiche Investitionen. In Sachsen-Anhalt werde die Deutsche Bahn 2009 bis 2013 in die Infrastruktur 2,2 Milliarden Euro investieren. So entsteht in Halle eine Zugbildungsanlage am Rangierbahnhof Nord für 126 Millionen Euro bis 2015. Als weiteres Beispiel nannte Grube den Ausbau den Eisenbahnknotens Dessau, wofür bis 2015 rund 310 Millionen Euro vorgesehen sind.

Grube unterzeichnete mit Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) eine Vereinbarung für weitere Investitionen. So sollen bis 2013 mehr als 40 Millionen Euro in die Modernisierung von fast 50 Bahnhöfen in Sachsen-Anhalt investiert werden. Mehr als 50 Prozent der Mittel kommen vom Land. Böhmer: „Wir sind dankbar für Investitionen und alles das, was Arbeitsplätze schafft und erhält. Das war der Grundtenor der Gespräche.“ Die Bahn hat in Sachsen-Anhalt rund 7800 Mitarbeiter, befördert 23,5 Millionen Fahrgäste im Jahr und hat 328 Bahnhöfe im Land. (dpa)

 
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