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20.01.2016Transport + Logistik │ Ausland

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premiumGrünes Licht für Cargolux China

Die luxemburgische Frachtfluggesellschaft Cargolux wird 77 Millionen US-Dollar in die neue Cargolux China investieren.
Cargolux

Die chinesischen Frachter sollen die charakteristischen drei Boxen von Cargolux tragen

Foto: VR/Heiner Siegmund

Luxemburg. Der Verwaltungsrat der luxemburgischen Frachtfluglinie Cargolux hat gestern in einem einstimmig gefassten Votum die Freigabe von 77 Millionen US-Dollar für den Einstieg der Gesellschaft beim künftigen chinesischen Ableger Cargolux China beschlossen. An dem Gemeinschaftsunternehmen werden chinesische Geldgeber die Mehrheit der Anteile halten. Größter Investor ist die staatliche Gesellschaft Henan Civil Aviation Development and Investment Company (HNCA), auf die 49 Prozent der Anteile entfallen. Die Gesellschaft hält zugleich 35 Prozent der Aktien an der Muttergesellschaft Cargolux.

Die übrigen Teilhaber an dem geplanten chinesischen Joint Venture sind mit jeweils acht Prozent die Henan Airport Group sowie die Entwicklungsgesellschaft Xin Gang Investment & Development Company aus Zhengzhou, der Provinzhauptstadt Henans. Ihr Einstieg bei Cargolux China ist Teil eines umfassenden Entwicklungsplans, bei dem Xin Gang ein 415 Quadratkilometer großes Areal rund um den Airport Zhengzhou für die Ansiedlung und Nutzung von Logistik- und Produktionsfirmen erschließen soll. Wesentliche Aufgabe ist dabei, den Flughafen Zhengzhou Xinzheng International radikal auszubauen und das jetzige Start- und Landebahnsystem von derzeit zwei auf fünf Pisten zu erweitern.

Start in 2017 mit drei Maschinen

Laut Vorstandschef Dirk Reich von Cargolux soll der chinesische Ableger in der 2017 beginnenden Phase 1 zunächst mit drei Großfrachtern vom Typ Boeing 747F an den Start gehen. Diese werde Cargolux China voraussichtlich auf dem Gebrauchtmarkt erwerben. Leasingmodelle oder den Kauf fabrikneuer Frachter bei Boeing schloss Manager Reich gegenüber der VerkehrsRundschau als Option nahezu aus.

Vorrangig soll die Gesellschaft, die ihren Sitz in Zhengzhou haben wird, transpazifische Routen bedienen. Als potenzielle Ziele nannte Reich unter anderem Chicago, New York, Los Angeles, Seattle und Dallas. Zugleich sind innerasiatische Verbindungen geplant, „um die US-Verkehre über das Transitkreuz Zhengzhou mit Destinationen in Asien zu vernetzen“, so Reich wörtlich. Innerchinesische Frachtflüge schloss er kategorisch aus. Auch werde Cargolux China sich nicht auf bestehende Strecken der Muttergesellschaft Cargolux setzen, sagte Reich. Dies war eine der zentralen Befürchtungen von Luxemburger Gewerkschaftsvertretern im Vorfeld der gestrigen Entscheidung, die dadurch die Entwicklung von Cargolux gefährdet sahen.

In Phase 2, die laut reich zwei bis drei Jahre nach dem Erstflug der chinesischen Tochter beginnen soll, werde die Flotte der Fluglinie um zwei weitere Frachter auf dann fünf Einheiten aufgestockt und Ziele in Australien, Afrika und eventuell Südamerika anfliegen. Konkrete Routen bereits heute zu nennen, sei verfrüht, weil es noch einer genauen Markt- und Netzwerkanalyse vor Bekanntgabe einzelner Flugziele bedürfe, sagte Reich.

Angesprochen auf das äußere Erscheinungsbild der Flugzeuge von Cargolux China sagte der Vorstandschef, dass sich die für Cargolux charakteristischen stilisierten drei Boxen auch auf dem Rumpf der neuen Gesellschaft wiederfinden würden. Auch die Farbe Rot werde analog zur Muttergesellschaft sicher bei dem chinesischen Ableger eine große Rolle spielen. Eine endgültige Entscheidung über die Lackierung der Flieger von Cargolux China sei aber noch nicht getroffen worden, so Reich.

Mit Beginn der operationellen Tätigkeit von Cargolux China in 2017 erhöht sich die Flottenstärke der Cargolux-Gruppe auf insgesamt 30 Großfrachter.

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