12.03.2008 | Transport + Logistik

Gebrüder Weiss bleibt auf Wachstumskurs

Wien. Der österreichische Logistikdienstleister Gebrüder Weiss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 seinen Umsatz auf 950 Millionen Euro erhöht. „Gebrüder Weiss ist ein Wachstums- Unternehmen“, sagte Finanzvorstand Wolfram Senger-Weiss heute in Wien. Gegenüber dem Vorjahr konnte das Unternehmen den Umsatz um neun Prozent steigern.

Der Geschäftsbereich internationale Landverkehre trägt mit 30 Prozent derzeit den größten Beitrag zum Umsatz. Der Bereich Logistiklösungen folgt mit 28 Prozent Anteil am Ertrag. „Wir haben bei den Landverkehren eine gute Entwicklung“, betonte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Niesser. Dennoch gibt er als Strategie aus: „Wir wollen uns vom Transportlogistiker zum Anbieter von kompletten Logistiklösungen entwickeln.“

Im Segment Kurier-, Express- und Paketdienstleistung erwirtschaftete Gebrüder Weiss 2007 124,4 Millionen Euro ein Plus von rund 14 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. „Unter dem Strich war 2007 ein gutes Jahr, jedoch geprägt durch neue Herausforderungen durch den Markteintritt von Hermes in Österreich“, sagte Paket-Vorstand Peter Kloiber. Der Marktanteil im Geschäftskunden-Bereich in Österreich liege bei rund 30 Prozent. „Wird sind noch Marktführer und wollen das bleiben“, betonte Kloiber angesichts neuer Vorstöße der Österreichischen Post. Kloiber kritisierte den Staatskonzern, welcher durch Quersubventionierung die Preise im B-to-B-Segment drücke.

Der Geschäftsbereich Luft- und Seefracht konnte 2007 zweistellig wachsen und trägt konsolidiert mit rund 188 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei. Wachstumsträger waren hierbei insbesondere Asien sowie die USA.

Gebrüder Weiss als „größter Teilnehmer“ bei der Mittelstandskooperation System Alliance Europe sehe die Übernahme mehrerer Mittelständler durch große Logistikkonzerne mit Sorge, so Niesser. „Im Großen und Ganzen werden wir vom Weg der Mittelstandskooperation nicht abweichen.“ Die Lücken bei System Alliance Europe müssten geschlossen werden. „Wir prüfen Alternativen, planen jedoch keine Allianz mit einem großen Player“, versicherte Niesser.

Trotz großer Kostensteigerungen durch die hohen Treibstoffpreise, die neuen EU-Sozialvorschriften sowie den schwachen US-Dollar sieht Niesser Potenzial für Logistiker. „Wenn der Leidensdruck groß genug ist, steigen die Chancen bei den Verladern innovative Logistiklösungen durchzusetzen.“ Die Logistikdienstleister könnten die Kostensteigerungen jedoch nicht alleine kompensieren. „Wenn die Transportkosten steigen, dann wird dies letztlich der Konsument zahlen müssen“, sagte Niesser. Als Unternehmen welches schon seit Jahren das Thema Nachhaltigkeit ernst nehme, könne er zugeben: „Transport ist derzeit zu billig“. Niesser forderte die Europäische Union auf, sich für eine europaweite Harmonisierung einzusetzen, damit keine Wettbewerbsnachteile entstünden. (sb)

 
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