03.03.2010 | Transport + Logistik

Fraport nach Krisenjahr optimistisch

Frankfurt/Main. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zeigt sich nach einem Gewinnrückgang im Krisenjahr 2009 wieder optimistisch. Der Konzerngewinn sank im vergangenen Jahr zwar um ein Fünftel auf 157 Millionen Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 1,97 Milliarden Euro zurück. Branchenexperten hatten im Schnitt bei beiden Werten aber mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. „Das beste an der Bilanz für 2009 ist der Ausblick auf 2010“, meinte Fraport-Chef Stefan Schulte. Er sei inzwischen „optimistisch, die Talsohle durchschritten zu haben“.

Für 2010 rechnet das Management wieder mit mehr Fluggästen und höheren Erlösen. Der Überschuss dürfte hingegen weiter sinken. Dennoch soll die Dividende mit 1,15 Euro je Aktie in beiden Jahren stabil bleiben. Die Fraport-Aktie reagierte am Morgen leicht negativ auf die Nachrichten.

Im abgelaufenen Jahr war die Zahl der Fluggäste konzernweit um 2,6 Prozent gesunken. Am wichtigsten Flughafen in Frankfurt zählte Fraport gar 4,7 Prozent weniger Passagiere. Zudem wirkte sich der Verkauf des defizitären Hunsrück-Flughafens Frankfurt-Hahn aus. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte um acht Prozent auf 553 Millionen Euro, lag damit aber über dem vom Vorstand gesetzten Ziel.

Zum Jahresstart 2010 hatte Fraport mit dem harten Winterwetter und zahlreichen Flugausfällen zu kämpfen. Wegen des Streiks der Lufthansa-Piloten in der vergangenen Woche ging die Zahl der Passagiere am Frankfurter Flughafen im Februar den Angaben zufolge um ein Prozent zurück. Erst im Dezember war der Flughafen nach anderthalb Jahren des Schrumpfens auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Das Frachtaufkommen dürfte sich im Februar hingegen weiter erholt haben, nachdem es ein Jahr zuvor infolge der Krise stark zurückgegangen war.

Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand in Frankfurt mit ein bis zwei Prozent mehr Fluggästen, nachdem die Passagierzahl 2009 auf 51 Millionen gesunken war. Im kommenden Jahr, wenn im Herbst die neue Landebahn in Betrieb geht, sollen es bereits 53 Millionen Passagiere sein. Für das Jahr 2015 peilt Fraport für den größten Flughafen des Konzerns 65 Millionen Fluggäste an.

Im Gesamtjahr 2010 will Fraport im operativen Geschäft weiter zulegen. Der Umsatz soll unter anderem dank höherer Flughafenentgelte wachsen, der operative Gewinn auf mindestens 600 Millionen Euro klettern. Beim Überschuss erwartet das Unternehmen hingegen erneut einen Rückgang. Als Ursachen dafür führte das Management steigende Abschreibungen, ein sinkendes Finanzergebnis und einen Steuer-Einmaleffekt im Jahr 2009 an.

Im Streit um die Nachtflüge am Frankfurter Flughafen rechnet Schulte mit einer Gerichtsentscheidung zum Jahreswechsel. Er erwarte, dass das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Ende 2010 oder Anfang 2011 eine Entscheidung treffe und damit den Rahmen für die künftige Nachtflugregelung setzen werde. Dabei könne das Gericht sowohl die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen 17 Nachtflüge zwischen 23.00 und 5.00 Uhr genehmigen, sie auf Null beschränken oder eine Zahl dazwischen auswählen.

Es gehe heute nicht mehr um die Interessen einer Partei, der Fluggesellschaften oder Fraport selbst, sagte Schulte. Der Bedarf an Nachtflügen sei ausreichend dargelegt worden. Vor wenigen Tagen hatte der Fraport-Chef mit der Äußerung, zehn Starts und Landungen in der Nacht seien ausreichend, für Verärgerung bei der Lufthansa gesorgt. (dpa)

 
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