08.12.2009 |
Frankreich: Unbefristete Streiks bei Bahn und Straßengütertransport angekündigt
Paris. Die Franzosen könnten einem schwarzen Weihnachten entgegen sehen, der ihre Reise- und Einkaufspläne sehr stark belasten dürfte. Ab dem 12. respektive 13. Dezember nämlich wollen die vier führenden Bahngewerkschaften CGT, Unsa, Sud-Rail und CFDT sowie alle, die im Straßengütertransport organisiert sind, in einen unbefristeten Streik treten.
Im Falle der Staatsbahn SNCF sind es die Kontrolleure, die den Ausstand angekündigt haben. Selbst wenn er nicht unmittelbar auf den Frachtbereich durchschlägt, zeigt doch die Erfahrung, dass jede Art von landesweit durchgeführtem Bahnstreik diesen in der Folge quasi lahm legt. Damit dürfte auch diesmal wieder zu rechnen sein. Bei den Kontrolleuren geht es um die Organisation der Arbeitszeiten, den von der Bahn beabsichtigten Stellenabbau in dem Bereich und andere Fragen.
Der Streik im Straßengütertransport mit seinen über 500.000 Beschäftigten zielt dagegen auf höhere Löhne, bessere Konditionen für Touren mit Übernachtung und ein 13. Monatsgehalt. Im Visier sind dabei einmal mehr die Auslieferungsterminals des großflächigen Einzelhandels. Dies könnte insbesondere den reibungslosen Warenfluß im Bereich frischer Lebensmittel in Frage stellen oder ganz blockieren und damit das Weihnachts- und Jahresschlussgeschäft in diesem generell besonders wichtigen Segment zum Erliegen bringen.
In Einzelgesprächen mit den Gewerkschaften versucht Verkehrsminster Dominique Bussereau, den Ausstand noch abzuwenden. Bisher hatte als einzige gewerbliche Organisation der Spediteursverband TLF ein neues Lohnangebot unterbreitet. Es lautet auf 3 Prozent mehr Lohn für alle und verbesserte Bedingungen für Fahrten mit Übernachtung im Stückgutgeschäft. Ferner sollen Fernfahrer 1,5 Prozent mehr erhalten.
Offensichtlich unter dem Druck der Streikankündigung hat nun auch der Verband der mittelständischen Transportbetriebe FNTR ein Angebot gemacht. Es sieht je nach Arbeitszeitvereinbarung Lohnerhöhungen zwischen 1,5 und 2 Prozent vor. (jb)
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