07.08.2009 | Transport + Logistik

Exportmarkt: Erholung bei den Ausfuhren

Wiesbaden. Die deutschen Exporte sind im Juni so stark geklettert wie seit drei Jahren nicht mehr. Wegen der weltweit auslaufenden Rezession stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vormonat Mai überraschend kräftig um saisonbereinigt 7,0 Prozent, berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden. Im ersten Halbjahr verkauften deutsche Unternehmen zwar fast ein Viertel weniger Waren ins Ausland als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" zog zuletzt aber deutlich an.

Die Aussichten sind gut, weil die exportorientierte Industrie zuletzt wieder mehr Aufträge erhalten hat. Da sich der Export erholt, dürfte die Wirtschaft im zweiten Quartal wohl nur noch minimal geschrumpft sein.

Die Exportkrise hat Deutschland allerdings um drei Jahre zurückgeworfen, die Ausfuhren liegen jetzt auf dem Niveau von 2005. Das Geschäft läuft bei weitem noch nicht so rund wie vor einem Jahr. Im ersten Halbjahr 2009 verkauften deutsche Unternehmen laut Statistik Waren für 392 Milliarden Euro ins Ausland - das waren 23,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch im Juni betrug das Minus gegenüber dem Vorjahresmonat noch 22,3 Prozent. Die Importe lagen im ersten Halbjahr um 17,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Doch die jüngste Entwicklung gibt aber Anlass zur Hoffnung. Solch ein großes Plus von 7,0 Prozent verglichen mit dem Vormonat hatte die Exportwirtschaft zuletzt im September 2006 erzielt.

Manche Experten sehen Deutschland bereits auf dem Weg zu alter Exportstärke. "Das Ende der Talsohle dürfte erreicht sein", erklärte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. Allerdings würden die Exporte im Gesamtjahr wohl um 18 Prozent niedriger liegen als 2008. Nach Einschätzung der Commerzbank hat die deutsche Wirtschaft, die auf den Export von Investitionsgütern spezialisiert ist, besonders unter der Finanzkrise gelitten und wird nun von dem Abklingen des Schocks auch besonders profitieren. Die Statistiker wollten noch nicht von einer Trendwende sprechen: "Da sollten wir erst einmal zwei bis drei Monate abwarten."

Der Einbruch zeigte sich auch beim Überschuss in der Außenhandelsbilanz - dem Saldo von Exporten und Importen. Dort halbierte sich im ersten Halbjahr der Überschuss nahezu von knapp 105 auf 57,8 Milliarden Euro.

Wichtigster Abnehmer für Waren aus Deutschland sind nach wie vor die europäischen Nachbarländer. Im ersten Halbjahr brach die Nachfrage aus den EU-Ländern um fast 24 Prozent ein. Fast genauso stark gingen die Exporte in Länder außerhalb der EU zurück. (dpa)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

07.08.2009Artikelinformationen

Social Networking
Schlagworte
Bildnachweis
(Foto: ddp/Marcus Brandt)

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Beliebteste Meldungen

Beliebteste Galerien

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.