09.07.2009 | Transport + Logistik

Exporte im Monatsvergleich leicht gestiegen

Wiesbaden/Berlin. Die deutsche Exportwirtschaft leidet trotz eines leichten Anstiegs der Ausfuhren im Mai weiter unter der weltweiten Rezession. Die Exporte legten im Vergleich zum April zwar kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent zu. Gegenüber dem Mai 2008 brachen sie allerdings erneut kräftig um 24,5 Prozent auf 60,7 Milliarden Euro ein, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Nach Ansicht des Bundesverbands Groß- und Außenhandel (BGA) mussten die Exporteure im Mai damit abermals einen herben Rückgang verkraften. „Zwar spricht inzwischen einiges für eine Bodenbildung, allerdings auf extrem niedrigem Niveau“, sagte Verbandspräsident Anton F. Börner laut Mitteilung in Berlin. „Wir haben das Tal noch nicht durchschritten.“ Die nun seit drei Monaten in Folge steigenden Auftragseingänge der Industrie wertete Börner jedoch als erste hoffnungsvolle Anzeichen.

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, führte Deutschland im Mai Waren im Wert von 51,1 Milliarden Euro ein. Damit lagen die Importe um 2,1 Prozent unter dem Wert vom April und um 22,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Überschuss der deutschen Handelsbilanz wuchs somit leicht auf 9,6 Milliarden Euro nach 9,4 Milliarden Euro im April. Im Mai 2008 hatte sich der Saldo der Außenhandelsbilanz allerdings noch auf 14,5 Milliarden Euro belaufen.

Anzeichen einer Stabilisierung

Auch Analyst Simon Junker von der Commerzbank sieht für die deutsche Exportwirtschaft Anzeichen einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau. „Auch wenn damit der Außenhandel wohl keine kräftigen Zuwächse verzeichnen dürfte, wird er wohl dazu beitragen, dass die Talfahrt der deutschen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte zu Ende geht“, betonte er.

Im ersten Quartal 2009 war der Einbruch der Exporte die Hauptursache für den Absturz der deutschen Wirtschaft mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um real 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal: Weil die Exporte stärker zurückgegangen waren als die Importe, fiel der lange Zeit als Konjunkturlokomotive wirkende Außenhandel nicht nur als Stütze für die deutsche Wirtschaft aus, sondern drückte sogar die Wirtschaftsleistung.

EU weiter wichtigster Handelspartner

Wichtigste Handelspartner waren im Mai erneut die Länder der Europäischen Union (EU). In diese Staaten wurden Waren im Wert von 38,9 Milliarden Euro versandt. Waren im Wert von 33,4 Milliarden Euro wurden von dort bezogen. Gegenüber Mai 2008 sanken die Exporte in die EU-Länder um 25,4 Prozent und die Eingänge aus diesen Ländern um 22,1 Prozent.

In die Länder außerhalb der EU wurden im Mai 2009 Waren im Wert von 21,8 Milliarden Euro exportiert, Waren im Wert von 17,7 Milliarden Euro wurden aus diesen Ländern importiert. Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken die Exporte in die Drittländer um 23,0 Prozent und die Importe von dort um 23,3 Prozent. (dpa)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

09.07.2009Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis
(Foto: ddp/Marcus Brandt)

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Beliebteste Meldungen

Beliebteste Galerien

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.