Dresden/Leuna. Bei der Suche nach alternativen Energiequellen sehen Fachleute in Deutschland in synthetischen Biokraftstoffen - Biomass-to-Liquid (BtL) genannt - Zukunftschancen. Sie gehören zu den Biokraftstoffen der zweiten Generation, die Pflanzenöl, Biodiesel und -ethanol allmählich ablösen sollen. Dabei sollen nicht nur Rapssamen, Getreide oder Zuckerrüben, sondern auch anfallende Reststoffe wie Stroh oder Bioabfälle verwertet werden. Nach Schätzungen der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe beim Bundeslandwirtschaftsministerium mit Sitz in Gülzow (Mecklenburg-Vorpommern) könnten von einem Hektar mehr als 4000 Liter BtL erzeugt werden. Mit 3,5 Millionen Hektar könnten 25 Prozent des Kraftstoffverbrauchs in Deutschland ersetzt werden. Doch einige technische Fragen sind noch ungelöst. Es wird nicht erwartet, dass vor dem Jahr 2010 BtL-Kraftstoff erhältlich ist. An der Bergakademie im sächsischen Freiberg ist eine Demonstrationsanlage geplant. An dem Pilotprojekt beteiligt sich auch die Total Deutschland GmbH (Berlin). Derzeit ist Biodiesel am weitesten verbreitet, der durch chemische Umwandlung aus Pflanzenöl gewonnen wird. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Tonnen verkauft, ein Anstieg um zwei Drittel im Vergleich zu 2004. Je 40 Prozent der Produktionsmenge gehen an Speditionen sowie Mineralölfirmen für Beimischungen, nur etwa zehn Prozent landen direkt an den Tankstellen. Biodiesel verringert die Kohlenwasserstoffemission, ist nahezu schwefelfrei und enthält kein Benzol. (dpa/tz)
Experten prognostizieren Biokraftstoffen Zukunftschancen
Synthetische Biokraftstoffe als alternative Energiequellen – Verwertung von Rapssamen, Getreide sowie Reststoffen wie Stroh möglich