02.09.2009 |

Experten erwarten steigende Preise für Container

Hamburg. Die Preise für Miet- oder Leasing-Container dürften in den kommenden Monaten deutlich anziehen. Das hält des Hamburger Unternehmens Buss Capital für realistisch. Dirk Baldeweg, geschäftsführender Gesellschafter des zur Hafen- und Logistik-Gruppe Buss gehörenden Unternehmens, begründet seine Einschätzung unter anderem mit der ab 2010 erwarteten Wiederbelebung des Weltcontainerverkehrs. Auf der anderen Seite hat es in den zurückliegenden Monaten einen nennenswerten Bestandsverkehr bei Containern gegeben, weil die Neuproduktion von Standard-Seecontainern mit dem Ausbrechen der Weltwirtschaftskrise im Herbst 2008 praktisch zum Erliegen gekommen ist.

Die Containerfertigung findet heute überwiegend in China statt. Baldeweg: „Seit den 1990er Jahren verschwand die Produktion schrittweise aus Europa, um nach Asien verlagert zu werden.“ Hersteller in Japan und Südkorea verloren die Boxen-Fertigung schließlich aus Kostengründen nach China, wo es heute eine Vielzahl von kleineren Fertigungsstätten gibt, die ihrerseits für die inzwischen etablierten Großanbieter tätig sind.

Aktuell seien rund 28 Millionen Standardcontainer (TEU) rund um den Globus für Seetransportleistungen im Einsatz. Bis zum Ausbruch der Krise wurden jährlich rund drei Millionen TEU neu produziert. Eine Menge, die sowohl ausreichte, um den wachsenden Bedarf an Containern als Folge der steigenden Gütermengen zu decken als auch für einen Ersatz der ausgemusterten Containermengen zu sorgen.

Im Jahresmittel wurden rund 1,3 Millionen TEU außer Dienst gestellt, da sie ihre operative Altersgrenze erreichten. Je nach Einsatz und Wartung halten Container in der Regel bis zu 13 Jahre. Danach gehörten sie allerdings noch lange nicht zum alten Eisen, so Baldeweg. „Es gibt einen sehr schwunghaften Handel mit gebrauchten Seecontainern, die sich für eine Fülle von Aufgaben eigneten, so als preiswerter, stabiler Lagerraum oder als Einweg-Transportkiste bei großen Projektladungs-Geschäften.“ Für die verladende Wirtschaft sei die Verwendung eines Containers statt einer maßgeschneiderten seemäßigen Exportverpackung immer mehr eine interessante Alternative. So würde ein gebrauchter 20-Fuß-Seecontainer um die 900 US-Dollar kosten. Eine maßgefertigte Holzkiste könne jedoch schnell bis zu 5000 Euro kosten, so Baldeweg.

Für die Jahre 2010 und 2011 sei zudem mit einem starken Zufluss an neuen Containerschiffen zu rechnen, die in den Boomjahren in Fernost geordert wurden. Sie benötigten entsprechend bemessene Container-Garnituren. Baldeweg: „Bei den Reedereien beobachten wir seit Jahresbeginn einen klaren Trend: Der Eigenanteil bei den Container-Parks wird zugunsten eines höheren Anteils an Leasing- oder Miet-Containern verändert, um so die Kapitalkostenbindung zu verringern. Bis Mitte 2008 hatten Reedereien noch erhebliche Mittel in ihre eigenen Containerbestände investiert. Baldeweg: „Wir beobachten, dass zahlreiche Reedereien Teile ihrer eigenen Containerbestände verkaufen.“

Das Container-Vermietgeschäft sei – im Vergleich zum Containerschiff-Chartermarkt – durch eine vergleichsweise große Elastizität gekennzeichnet. Baldeweg: „Neue Container können bei Bedarf sehr schnell wieder produziert werden. Auf der anderen Seite wird die Produktion bei stark sinkender Nachfrage sehr kurzfristig wieder zurückgefahren.“

Die Buss Capital hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2003 unter anderem mit geschlossenen Fonds auf das Anlageprodukt Container ausgerichtet. Im Gegensatz zu Schiffsfonds, deren Laufzeit in der Regel bei 15 Jahren liegt, haben die Container-Fonds nur eine Laufzeit von sechs Jahren. Zwölf solcher Fonds hat das Unternehmen bis heute aufgelegt, ein 13. wird derzeit im Markt eingeführt. Die Fondsgelder werden in große Container-Flotten investiert, wobei seitens Buss Capital auf eine möglichst breite Risikostreuung gesetzt wird. (eha)

 
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