Rotterdam. Auf tiefgreifende Veränderungen müssen sich die im europäischen Seehafen-Hinterland-Verkehr tätigen Bahnunternehmen und Schienen-Operateure einstellen. So wollen sich immer weniger Firmen aus aus der verladenden und transportierenden Wirtschaft mit langfristigen Verträgen an Bahndienstleister binden, weil sie befürchten, auf den Kosten von nicht in Anspruch genommenen Kapazitäten sitzen zu bleiben. Auf diesen Trend weist Max Philips, Geschäftsführer des niederländischen Bahn-Informationsbüros RCIN hin. Die Einrichtung entstand vor gut fünf Jahren nach dem Vorbild der Informationsbüros für den Kurzstreckenseeverkehr. In einem Beitrag für das Rotterdamer Hafenjahrbuch geht Philips davon aus, dass der Trend klar in Richtung Ad-hoc-Verträge geht, um damit flexibel den aktuellen Transportbedarf decken zu können. Hingegen werden Verlader und Transporteure nur noch im eingeschränkten Umfang längerfristige Verträge mit den Bahn-Unternehmen abschließen. Ein weiterer Trend, den Bahnexperte Philips ausmacht, ist der zu einer Fortsetzung der Konzentration auf dem europäischen Schienengüterverkehrsmarkt. Opfer dieser Entwicklung würden etliche der im Zuge der europäischen Bahnliberalisierung neu gegründeten Firmen. Aktuell macht Philips einen scharfen Wettbewerb um den Spitzenplatz im europäischen Bahnverkehr zwischen der deutschen DB Schenker Rail und der französischen SNCF Fret aus. Letztere engagiere sich inzwischen massiv auch im Rotterdamer Hafen. (eha/ak)
Europäischer Bahnverkehr: Verlader wollen sich immer kürzer binden
Viele kleine Operateure verschwinden vom Markt – SNCF Fret und DB Schenker Rail ringen um den besten Platz im Markt