09.02.2009 |

EU-Umweltkommissar will CO2-Ausstoß für kleinere LKW begrenzen

Köln. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas plant, den Ausstoß von Kohlendioxid für Lieferwagen, Minibusse und Lastwagen bis zu einem Gesamtgewicht von zwölf Tonnen zu beschränken. Nach der Begrenzung des CO2-Ausstoßes von PKW wolle er auch einen Vorschlag zur Reduzierung des Schadstoffausstosses von größeren Fahrzeugen vorlegen, berichtete das Magazin „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf EU-Kreise in Brüssel. Danach sollen dieselgetriebene Lieferwagen und Minibusse bis 2012 im Schnitt nur noch 175 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Dies entspräche einem Verbrauch von durchschnittlich 6,6 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometer.

Bis 2015 schlägt Dimas danach eine weitere Absenkung des Grenzwerts auf 160 Gramm vor – der Sechs-Liter-Liter wäre damit Programm. 2002 produzierten Europas Kleinlaster im Schnitt 201 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer, was einem Durchschnittsverbrauch von 7,6 Litern Diesel entspricht. Die Kommission schätzt, dass der Wert inzwischen noch gestiegen ist.

Nach dem Bericht prüfen Dimas' Beamte mehrere Möglichkeiten. Die erste Idee, das Rechenmodell für PKW auf Lieferwagen und Minibusse zu übertragen, entsetzte vor allem deutsche Autobauer. Große Leicht-LKW müssten dann mehr einsparen als kleine, obwohl sie je Quadratmeter Ladungsvolumen weniger CO2 produzieren. Die EU-Generaldirektion Umwelt prüft nun alternativ, ob Fahrzeuggewicht, Ladevolumen oder Transportleistung als Bemessungsgröße besser geeignet wären.

Dimas hoffe, eine neue Protestwelle in der Industrie vermeiden zu können. „Lieferwagen seien nicht so emotional wie Autos“, heiße es in seiner Generaldirektion. Der Generalsekretär des europäischen Verbandes des Automobilhersteller (Acea), Ivan Hodac, hat sich dem Bericht zufolge dennoch bereits an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gewandt. Er sei „extrem besorgt“ über die Pläne für Kleinlaster, die das Rückgrat der europäischen Transportflotte seien. (dpa)

 
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