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13.10.2015Transport + Logistik │ Ausland

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premiumEU-Koordinator: Fehmarnbelt-Tunnel wichtig für Nord-Süd-Korridor

Steigende Kosten, gekürzte EU-Zuschüsse – für die Gegner der Anfang vom Ende des ungeliebten Verkehrsprojekts. Widerspruch kommt vom Pat Cox, der zuständig für die Transeuropäische Strecke ist.
Pat Cox EU-Koordinator Fehmarnbelttunnel

Der Fehmarnbelt-Tunnel sei ein wichtiger Bestandteil des europäischen Verkehrskorridors, der Skandinavien mit dem Mittelmeerraum verbindet, sagt der EU-Koordinator Pat Cox.

Foto: Picture Alliance/NurPhoto

Lübeck. Die Europäische Union (EU) steht trotz Verzögerungen zum geplanten Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark. Die Verbindung sei ein wichtiger Bestandteil des europäischen Verkehrskorridors, der Skandinavien mit dem Mittelmeerraum verbindet, sagte der EU-Koordinator für dieses Projekt, Pat Cox, am Dienstag in Lübeck. Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck hatte Cox mit Vertretern der Logistik- und Hafenwirtschaft über die Bedeutung des Ostseetunnels aus europäischer Sicht diskutiert. 

„Wir hoffen auf Ergebnisse des deutschen Planfeststellungsverfahrens zum frühestmöglichen Zeitpunkt, aber wir akzeptieren natürlich das deutsche Planungsrecht“, sagte der Ire Cox. Er verwies aber darauf, dass alle Mitgliedsstaaten im Sommer 2014 den Plänen für den skandinavisch-mediterranen Korridor zugestimmt hätten. „Der Plan kommt nicht von oben, sondern ist organisch gewachsen.“

Der skandinavisch-mediterrane Korridor im transeuropäischen Verkehrsnetz umfasst rund 9000 Kilometer Eisenbahnstrecke sowie mehr als 6000 Kilometer Autobahn. Der Straßen- und Eisenbahntunnel zwischen der deutschen Ostseeinsel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland ist Teil dieses Projektes. „Wachstum und Entwicklung sind auf funktionierende Verkehrsverbindungen angewiesen, das zeigen alle Erfahrungen“, sagte der EU-Koordinator.  

Die EU fördert nach aktuellem Stand den Bau der Bahnstrecke mit 40 Prozent der Kosten. Ursprünglich war die dänische Regierung von 50 Prozent ausgegangen. „40 Prozent ist der höchstmögliche Fördersatz“, sagte Cox. Von 250 geförderten Projekten stehe der Tunnel auf Platz sechs der Liste. Er genieße im Gesamtzusammenhang der Magistrale von Skandinavien nach Sizilien hohe Priorität. „Der Korridor ohne die feste Fehmarnbelt-Querung ist wie ein irischer Pub ohne Bier“, sagte Cox. 

Am Nachmittag war in Eutin im Kreis Ostholstein eine Podiumsdiskussion zum Fehmarnbelt-Tunnel mit Cox, Vertretern der Landesregierung und der dänischen Planungsgesellschaft Femern A/S geplant. Daran sollten auch Vertreter der Allianz gegen eine Feste Fehmarnbelt-Querung teilnehmen. Sie lehnen das Projekt vor allem wegen der Kosten ab. Am Mittwoch will Cox auf Fehmarn unter anderem Vertreter der Tourismuswirtschaft treffen. (dpa/ag)

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