Hamburg. In die Auseinandersetzung zwischen dem Stadtstaat Hamburg und dem Land Niedersachsen über die Elbfahrrinnen-Anpassung mischt sich jetzt auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ein. Deren Fachbereichsleiter Dietmar Stretz reagierte heute in Hamburg auf die Aussage von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP), wonach die Landesregierung in Hannover erst 2010 erklären könne, ob der Fahrrinnenanpassung zustimmen könne. Stretz fordert die Landesregierung in Hannover dazu auf, mit ihren „wahltaktischen Mätzchen“ im Hinblick auf die Bundestagswahl im September aufzuhören und Hamburg bei der erneuten Elbvertiefung politisch entgegen zu kommen. Sie seien „Gift für den Hafen und die norddeutsche Wirtschaftsentwicklung“. Stretz forderte, dass noch in diesem Jahr die Baggermaßnahmen in Angriff genommen werden, um Hamburg weiterhin erreichbar für Großcontainerschiffe zu machen, die ab 2009 und 2010 in großer Anzahl in Dienst gestellt werden. Ohne die erneute Anpassung sieht Verdi-Hafenfachmann Stretz die Wettbewerbsposition des größten deutschen Universalhafens mittel- und langfristig geschwächt. Das aber könnte schnell dazu führen, dass Teile der derzeit rund 150.0000 Arbeitsplätze in der Hamburger Hafenwirtschaft gefährdet werden. Stretz erinnerte überdies daran, dass aus Niedersachsen immerhin gut ein Drittel der im Hamburger Hafen tätigen Arbeitnehmer stammte. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sei daher „ein schlechter Anwalt der Arbeitnehmer in seinem Bundesland, wenn wer die Fahrrinnenanpassung weiter blockiert“. Natürlich stehe man auch bei Verdi zur Notwendigkeit des Deichschutzes. Doch sei man der Überzeugung, dass „eine ökonomisch und ökologisch ausgeglichene Lösung zur Elbvertiefung sinnvoll und machbar ist“. (eha)
Elbvertiefung: Verdi fordert Niedersachsen zum Einlenken auf
Gewerkschaft kritisiert „wahltaktische Mätzchen“ der Landesregierung als Gift für den Hafen und die norddeutsche Wirtschaftsentwicklung