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17.08.2015Transport + Logistik | Inland

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premiumDSLV: Mautausweitung verteuert Stückgutverkehre

Für Stückgutverkehre ergibt sich durch die Mautausweitung auf weitere Bundesstraßen und die Absenkung der Gewichtsgrenze auf 7,5 Tonnen eine Kostenerhöhung zwischen einem und 2,6 Prozent.
Maut

Die Ausweitung der Maut auf weitere Bundesstraßen hat Stückgutverkehre regional unterschiedlich betroffen

Foto: picture-alliance/Ronald Wittek

Bonn/Berlin. Die Umstrukturierungen der Lkw-Maut im Jahr 2015 führen zu deutlichen Kostensteigerungen in der Stückgutlogistik, schreibt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) in einer Pressemitteilung. Nachdem zum 1. Juli 2015 das mautpflichtige Streckennetz in Deutschland auf weitere 1100 Kilometer Bundesstraßen ausgeweitet wurde, werden ab 1. Oktober 2015 zusätzlich Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen mautpflichtig.

Der Verband stützt sich auf eine Untersuchung des Steinbeis-Beratungszentrums Forwarding and Logistics Center (Forlogic), Heilbronn, bei sieben der zehn bedeutendsten deutschen Stückgutnetze. Die Studie hatte der DSLV in Auftrag gegeben.

Abwicklungskosten steigen um bis zu 2,6 Prozent

Für Stückgutverkehre errechnet Forlogic eine Erhöhung der Mautkosten zwischen 25 und 62 Prozent. Daraus leitet die Untersuchung einen Anstieg der Abwicklungskosten bei Stückgutsendungen von einem bis 2,6 Prozent ab. Die Ausweitung der Maut auf weitere Bundesstraßen zum 1. Juli trifft die Regionen unterschiedlich. Da nicht alle Regionen im selben Umfang von der Ausweitung der Maut auf Bundesstraßen betroffen seien, könne für die Sammel- und Verteilerverkehre der Sendungen in der Fläche (Nahverkehr) keine einheitliche Aussage getroffen werden, so das Ergebnis der Untersuchung.

Der DSLV weist aber darauf hin, dass für viele dieser bislang mautfreien Verkehre werden jetzt Straßenbenutzungsgebühren fällig würden. Je nach Tourenverlauf und Flottenstruktur würden ab 1. Oktober bis zu 80 Prozent des Streckenanteils mautpflichtig.

Vor- und Nachläufe besonders betroffen

Das Fazit der Studie: Insgesamt wirke sich die Ausweitung der Straßenbenutzungsgebühr überproportional auf die mit kleineren Fahrzeugen durchgeführten Vor- und Nachläufe bei Sammelgutverkehren aus. Über kurze Distanzen beförderte Sendungen würden durch die neuen Mautpflichten stärker mit zusätzlichen Mautkosten belastet als Sendungen, die über weitere Entfernungen transportiert werden. Hinzu kämen sekundäre Mautkosten, die sich aus Steuerung, Verwaltung und Vorfinanzierung der Mautabwicklung ergäben sowie aus der Kontrolle von Mautabrechnungen der dann mautpflichtigen Nahverkehrsdienstleister.

Der DSLV will seinen Mitgliedsunternehmen Anfang September kostenlos ein Tool zur Verfügung stellen, mit dem betriebliche Kostenstrukturen unter Berücksichtigung individueller Tourenverläufe, Sendungs- und Flottenstrukturen berechnet werden können. (diwi)

Studie als PDf-Download

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