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27.06.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumDSLV bedauert Brexit-Votum

Verbandspräsident Mathias Krage weist auf die Möglichkeit höherer Logistikkosten durch einen EU-Austritt Großbritanniens hin.
Mathias Krage, DSLV

DSLV-Präsident Mathias Krage warnt vor den Folgen des Brexit

Foto: VR/Michael Cordes

Bonn/Berlin. Mit Bedauern hat auch der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) auf die Entscheidung der britischen Bürger für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union reagiert. Der Spitzenverband mahnt aus diesem Grund, die Errungenschaften des EU-Binnenmarktes jetzt nicht leichtfertig aufzugeben.

DSLV-Präsident Mathias Krage zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung Großbritanniens. „Nun kommt es darauf an, dass die Regierung in London den Willen ihrer Bürger in einer für alle Seiten möglichst verträglichen Weise umsetzt. Zugleich gilt es, den einen Dominoeffekt weiterer Austritte zu vermeiden und den Binnenmarkt auch in einer verkleinerten Union zu erhalten“, führte er an. Immerhin verliere die EU mit dem Brexit knapp 20 Prozent ihrer Wirtschaftskraft und 13 Prozent ihrer Arbeitnehmer. Gleichzeitig könne die Staatengemeinschaft ihre gemeinsamen Beschlüsse nicht zugunsten EU-kritischer Staaten beliebig aufweichen.

Das Erfolgsmodell EU muss stabilisiert werden

Krage rief die Bundesregierung dazu auf, sich für den Zusammenhalt in der EU einzusetzen und eine Strategie für das gemeinsame Europa der Zukunft zu entwickeln. Keinesfalls dürfe der Austritt Großbritanniens der Anfang eines Endes der Europäischen Union bedeuten, sagte der DSLV-Präsident: „Die international arbeitende, deutsche Speditions- und Logistikbranche profitiert ebenso wie ihre Kunden vom freien Personen, Kapital- und Warenverkehr in der EU, die zudem ein alternativloser Garant für Frieden und Wohlstand in Europa ist“, machte er deutlich. Deshalb müsse das Erfolgsmodell Europäische Union auch in dieser schwierigen Zeit unbedingt erhalten und stabilisiert werden.

Über die möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Branche könne man zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren. Die ersten heftigen Reaktionen an den Börsen zeigten aber, dass die befürchteten wirtschaftlichen Nachteile für alle Seiten eintreten könnten, betonte Krage. „Der Handel mit Großbritannien wird auch nach einem Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt nicht einfach abbrechen und Speditionen werden Lösungen zu Überwindung neuer administrativer Hürden entwickeln“, fuhr er fort. Wie sich das Preisgefüge und die Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen künftig entwickeln, stehe heute noch in den Sternen. Es werde sicher nicht einfacher und höhere Logistikkosten seien nicht auszuschließen. (sno)

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