18.01.2008 | Transport + Logistik

Drachenschiff startet für DHL nach Venezuela

Bonn. Anfang kommender Woche sticht das Mehrzweckschiff in See. Das Besondere: Auf hoher See unterstützt ein neuartiges Windantriebssystem mit einem mächtigen Zugdrachen den Vortrieb des Frachters. Treibstoffverbrauch und somit auch Kosten und Emissionen werden nachhaltig gesenkt.

In insgesamt acht Teillieferungen transportiert DHL für den Kunden Dieffenbacher die Spanplattenfabrik nach Südamerika. Sie soll bei einem staatlich geförderten Wohnungsbauprojekt zum Einsatz kommen. Claus Krüger, als Direktor bei DHL Global Forwarding verantwortlich für die Projekt-Gruppe Deutschland gibt sich ökologisch: „Die Beluga SkySails ist ein zukunftsweisendes Beispiel, wie man in der Seefracht emissionsarme Transporte realisieren kann. Die vielversprechenden Umweltaspekte des neuen SkySails-Systems haben unsere Entscheidung für diesen Charter maßgeblich beeinflusst.“

Am 15. Dezember 2007 wurde die MS Beluga SkySails von der Gattin des Bundespräsidenten, Eva Luise Köhler, in Hamburg getauft. Der so genannte Mehrzweck-Schwergutfrachter gehört zur Flotte der Bremer Reederei Beluga Shipping. Das Prinzip des Schiffes folgt dem Grundsatz: Wind ist billiger als Öl und auf hoher See die kostengünstigste sowie sauberste Energiequelle. Die Hamburger Firma SkySails hat das Windantriebssystem mit bis zu 320 Quadratmeter großen Zugdrachen entwickelt, das jetzt erstmals auch auf Hochseeschiffen einsetzbar ist. Damit können, je nach Windverhältnissen, die Treibstoffkosten zwischen zehn und 35 Prozent gesenkt werden. Ein kleiner, 87 Meter langer Frachter würde so durchschnittlich rund 280.000 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr sparen.

Die MS Beluga SkySails machte am Freitag Mittag im Neustädter Hafen von Bremen fest. Umgehend begann der Logistikdienstleister die Beladung des Frachters mit Teilen der Fabrik, die von der Firma Dieffenbacher mit Sitz im baden-württembergischen Eppingen geliefert wird. Krüger: „Das Schiff transportiert als erste Teillieferung rund 10.000 Frachttonnen von Bremen nach Guanta in Venezuela. Der Seeweg über den Atlantik wird gut zwei Wochen dauern.“ Für die Fahrt und den Umgang mit dem zusätzlichen Windantriebssystem hat die Crew um Beluga-Kapitän Lutz Heldt in den letzten Monaten trainiert. Heldt ist entsprechend zuversichtlich: „Die neue Antriebsunterstützung macht Hochseetransporte nicht nur sicherer, sondern auch profitabler und umweltfreundlicher: Je nach Windlage rechnen wir damit, zwischen zehn und – bei guter Windlage – 20 Prozent Treibstoff einsparen zu können.“

 
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