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15.12.2015Transport + Logistik | Inland

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premiumDobrindt stellt Konzept gegen Pannen-Baustellen vor

Erst digital, dann real - mit diesem Grundsatz will Verkehrsminister Dobrindt in Zukunft bei Bauprojekten für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Mit digitaler Planung will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Großbaustellen besser planen

Foto: Pictur Alliance/Bodo Marks

Berlin. Nie wieder ein Flughafen-Debakel wie in Berlin? Mit der digitalen Planung von Großprojekten will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Bau-Pannen in Zukunft verhindern. Der Schlüssel des Konzepts, das der Minister am Dienstag in Berlin vorstellte, heißt BIM (Building Information Modeling): Projekte sollen künftig stärker als bisher am Computer gebaut werden und mit Hilfe digitaler Medien umgesetzt werden. So sollen Planungsfehler entdeckt und vermieden werden können.

„Die Datenmengen werden alle miteinander vernetzt und stehen allen am Bau Beteiligten auch gleichermaßen zur Verfügung“, erklärte Dobrindt am Dienstag. Ändert ein Beteiligter etwas, können die anderen in Echtzeit sehen, welche Auswirkungen das auf ihren Bereich hat.

Getestet wird das Verfahren zunächst im Straßenbau an einigen Bahntunneln und Autobahnen. Ab 2020 soll dann aber bei allen vom Verkehrsministerium vergebenen Aufträgen verpflichtend mit BIM gearbeitet werden. „Wir wollen Vorreiter sein“, sagte Dobrindt, gab jedoch auch zu, dass dafür „Aufholarbeit“ nötig sei. In anderen Ländern, wie etwa in England, ist die Arbeit mit BIM schon weiter.

25 Millionen Euro steckt das Verkehrsministerium in die Begleitung des Projekts. Wie viele Kosten später damit eingespart werden können, sei schwer vorherzusagen, erklärte Dobrindt. Aber:„Alle wissen, welche Vorteile, welche Qualitätssteigerung, welche Kostenersparnis und welche Termintreue durch BIM entstehen wird.“ Mit Blick auf den Berliner Flughafen BER sagte er: „Wir reden von neuen Projekten, wir können mit BIM nicht im Nachgang heilen“»

Grundsätzlich begrüßte die Bundesarchitektenkammer Dobrindts Idee. Kritik gab es jedoch für die Testprojekte - allesamt aus dem Straßenbau. „BIM bietet große Chancen. Dabei ist es zur Sicherung der Qualität unerlässlich, dass Architekten mit ihrem Überblick den Planungsprozess an zentraler Stelle steuern“, teilte Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann mit. „Wir wünschten uns, dass auch reine Hochbauprojekte ausgewählt worden wären.“ (dpa)

Mehr zum Thema: Dobrindt, Alexander (Wiki)

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