23.12.2009 |

Deutsche Seehäfen: Bis September knapp 19 Prozent weniger Umschlag

Wiesbade. Der Güterumschlag der Seeschifffahrt verringerte sich den ersten drei Quartalen 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 18,7 Prozent. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden von Januar bis September 2009 insgesamt 197,7 Millionen Tonnen Güter in deutschen Seehäfen umgeschlagen. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 243,2 Millionen Tonnen gewesen. Den stärksten Rückgang gab es mit - 28,6 Millionen Tonnen beziehungsweise - 19,5 Prozent bei dem Empfang aus dem Ausland. Ähnlich schlecht entwickelte sich der Versand ins Ausland: Er nahm um 16,7 Millionen Tonnen oder 18,2 Prozent ab. Der innerdeutsche Seeverkehr, der mengenmäßig aber nur von minimaler Bedeutung ist, verringerte sich mit einem Minus von 5,5 Prozent verhältnismäßig wenig.

Differenziert nach Gütern zeigten sich in den ersten drei Quartalen 2009 nahezu überall zweistellige negative Entwicklungen. Die größten relativen Rückgänge wurden bei Eisen und Nicht-Eisen-Metalle mit knapp - 40 Prozent und bei Erzen und Metallabfällen mit - 37 Prozent verzeichnet. Lediglich bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen gab es ein Plus von 2 Prozent.

Weiterhin überproportional rückläufig entwickelte sich der Containerverkehr, der in den ersten drei Quartalen 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um über ein Viertel abnahm. Die Zahl der umgeschlagenen TEU (Twenty-foot-Equivalent-Unit, entspricht einem 20-Fuß-Container) betrug 2009 rund 8,9 Millionen. Von Januar bis September 2008 lag sie noch bei fast 12 Millionen. Diese stark negative Entwicklung hielt auch am Ende des dritten Quartals an.

Der Index der Seefrachtraten in der Linienfahrt auf der Basis 2006 = 100, der die Preisentwicklung der von den deutschen Unternehmen für Importe und Exporte in Anspruch genommenen Seeverkehrsleistungen in der Linienfahrt aufzeigt, lag in den ersten drei Quartalen 2009 im Durchschnitt - berechnet auf Euro-Basis - um 35,6 Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraumes. Zu den stärksten Ratenabschwächungen kam es in der Amerikafahrt (- 42,6 Prozent) und in der Fahrtregion Asien/Australien (- 43,1 Prozent). In der Europafahrt (- 13,6 Prozent) und in der Afrikafahrt (- 15,8 Prozent) waren die Rückgänge geringer, aber die Frachtraten lagen auch hier deutlich niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Da circa 75 Prozent der Frachtraten in US-Dollar gemeldet werden, wurde der Preisverfall durch die Wechselkursentwicklung gedämpft: Ohne diesen Wechselkurseffekt wären die Frachtraten noch deutlicher gesunken. Der Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro lag im Durchschnitt der ersten neun Monate des Jahres 2009 um 11,6 Prozent über dem Niveau der Monate Januar bis September des Jahres 2008. (dpa)

 
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