Kiel. Die Konjunktur in Deutschland hat sich nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IFW) stabilisiert. Die Forscher erhöhten ihre Prognosen für dieses und für das nächste Jahr. Für 2009 rechnet das IFW nun mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,9 Prozent, wie das Institut am Mittwoch in Kiel mitteilte. Bislang hatten die Experten mit einem Einbruch um 6,0 Prozent gerechnet. Für 2010 geht das IFW von einem Wachstum um 1,0 Prozent aus, nachdem bislang 0,4 Prozent veranschlagt wurden. Auf dem Arbeitsmarkt wird mit einem vergleichsweise moderaten Anstieg der Erwerbslosenzahlen gerechnet. Den Schätzungen zufolge sind Ende 2010 rund 4,2 Millionen Menschen ohne Job. Ausschlaggebend für den etwas freundlicheren Ausblick sind Impulse aus dem In- und Ausland. So deute die jüngste Aufwärtstendenz bei den Auftragseingängen und den Exporterwartungen darauf hin, dass die Schwäche im Außenhandel überwunden sei, erklärten die Forscher. Daneben dürfte die Inlandsnachfrage zügig expandieren, nicht zuletzt aufgrund des bislang moderaten Stellenabbaus auf dem Arbeitsmarkt. Stützend wirkten zudem die gestiegenen Realeinkommen. Mittelfristig geht das IFW jedoch nur von einer moderaten Erholung der deutschen Wirtschaft von der schwersten Rezession der Nachkriegszeit aus. „Tatsächlich ist die Finanzkrise trotz einiger Fortschritte keineswegs überwunden“, sagten die Experten. (dpa)
Deutsche Konjunktur stabilisiert sich
Experten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft rechnen mit leichtem Wachstum bis 2010