07.04.2010 |

Deutsche Bank: Containerschifffahrt erholt sich nur langsam

Hamburg. Die Containerschifffahrt erholt sich nach ihrem drastischen Einbruch im Jahr 2008 nur langsam. Es werde noch etwa zwei Jahre dauern, bis wieder ein weltweites Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erreicht werden könne, teilte die Deutsche Shipping, die Schiffskreditsparte der Deutschen Bank, am Mittwoch in Hamburg mit. Erst dann könnten Containerschiffe wieder ihre Betriebskosten sowie Zins und Tilgung erwirtschaften.

"Böse Überraschungen und ein weiteres Absinken der Fracht- und Charterraten erwarten wir aber nicht", sagte der Chef der Sparte, Ralf Bedranowsky. Grundsätzlich sei die weltwirtschaftliche Talsohle durchschritten und die erkennbaren Erholungstendenzen würden auch die Schifffahrt erreichen.

Das Jahr 2009 war wegen der weltweiten Wirtschaftskrise das schlechteste in der Geschichte der Containerschifffahrt. "Auf den großen Handelsrouten musste ein noch nie verzeichneter Einbruch der Containertransporte festgestellt werden, in der Spitze bis zu 30 Prozent", sagte Bedranowsky. Zeitweise lagen zwölf Prozent der weltweiten Containerschiffsflotte still, mittlerweile sind es nur noch weniger als zehn Prozent. Das liegt vor allem daran, dass die Reeder ihre Schiffe langsamer fahren lassen und deshalb mehr Schiffsraum benötigen. Im laufenden Jahr sollen die Containertransporte wieder um acht bis neun Prozent zunehmen; es kommen aber auch neue Schiffe auf den Markt.

Geschäftlich hat sich die Deutsche Shipping im vergangenen Jahr gut geschlagen. Sie finanziert nicht nur Containerschiffe, sondern ebenso Massengutschiffe, Tanker und Spezialschiffe, wo die Entwicklung überwiegend besser als erwartet war. Die Hamburger Schiffsbanker gaben 1,2 Milliarden Euro neue Kreditzusagen; deutlich weniger als im vergangenen Jahr mit 3,4 Milliarden Euro. Viele Reeder belasteten bereits bezahlte Schiffe, um Liquidität in die Kasse zu bekommen oder nutzten die niedrigen Preise für gebrauchte Schiffe für Gelegenheitskäufe.

Die Deutsche Shipping finanziert weltweit rund 700 Schiffe mit einem Gesamtvolumen von rund 6,6 Milliarden Euro. Trotz der Krise musste sie im vergangenen Jahr keine Ausfälle hinnehmen, sondern lediglich einige Tilgungsstundungen. Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich um 1,3 Prozent auf 58,8 Millionen Euro. (dpa)

 
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07.04.2010Artikelinformationen

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