05.09.2007 | Transport + Logistik

Deutsche Bahn sieht sich auf Börsenkurs

Berlin. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn erwartet die Teilprivatisierung des Unternehmens in der ersten Jahreshälfte 2008. Die Signale aus Regierung und Regierungsfraktionen seien erfreulich, sagte der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Werner Müller, nach Unternehmensangaben heute in Berlin. „Der Abschluss der Bahnreform ist jetzt auf der Zielgeraden.“ Der Aufsichtsrat hatte sich turnusmäßig zu einer Sitzung getroffen.

Zuletzt hatte der SPD-Parteirat dafür plädiert, die Entscheidung über die Teilprivatisierung im Parlament bis nach dem SPD-Parteitag Ende Oktober aufzuschieben. Der Gesetzentwurf des Bundeskabinetts billigt der Bahn zunächst 15 Jahre lang eine Bewirtschaftung des Schienennetzes zu, das aber juristisch Eigentum des Bundes sein soll. Für die Teilprivatisierung sind mehrere Schritte vorgesehen, am Ende behält der Bund mindestens 51 Prozent der Anteile.

In der SPD wird auch ein Modell mit Vorzugsaktien diskutiert. Diese sollen nicht an Großaktionäre, sondern an Kleinanleger gehen. Die Vorzugsaktien sollen kein Stimmrecht haben und ihr Verkauf nur mit Zustimmung des Bahn-Vorstandes möglich sein. Auch CDU und CSU im Bundestag haben noch einige Änderungswünsche am Regierungsentwurf, die Bundesländer wollen ihre Zustimmung sogar auch von der künftigen Finanzierung des Regionalverkehrs abhängig machen.

Bahn-Aufsichtsratschef Müller stellte fest, die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Teilprivatisierung seien gegeben. Das Unternehmen habe sich auch in den ersten sieben Monaten des Jahres „hervorragend entwickelt“. Der Umsatz sei im Vergleich zur Vorjahresperiode um eine Milliarde auf 18 Milliarden Euro gestiegen. Die Sparte Transport und Logistik habe drei Viertel zu dem Zuwachs beigetragen.

Vorstandschef Hartmut Mehdorn rechnet in diesem Jahr mit zwei Prozent mehr Verkehrsleistung bei der Personenbeförderung und zehn Prozent beim Gütertransport auf der Schiene. Bis 2009 will die Bahn nach einem Beschluss des Aufsichtsrats 5100 neue Güterwagen diverser Bauart sowie 13 Lokomotiven beschaffen. (dpa)

 
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